Versuchter Mord? 20-Jähriger mit Schraubenzieher auf Mann eingestochen

In der Langenbergerstraße griff er einen Mann mit einem Schraubenzieher an.
In der Langenbergerstraße griff er einen Mann mit einem Schraubenzieher an.

Herford - Anfang diesen Jahres griff ein geistig verwirrter Mann in der Innenstadt von Herford grundlos Fußgänger an. Einen Mann versuchte er sogar mit einem Schraubenzieher niederzustechen. Jetzt bewertet die Staatsanwaltschaft den Vorfall sogar als versuchten Mord.

An der Langenbergerstraße passierte die Attacke, weswegen die zuständige Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht jetzt Anklage erhoben hat.

Neben dem Vorwurf des Mordes werden dem Mann noch mehrere Vergehen zur Last gelegt. Unter anderem schwere Körperverletzung und Beleidigung.

Der Mann, der wegen eines vorherigen Zwischenfalls zwischenzeitlich in einer Klinik untergebracht worden war, dann aber wieder auf freien Fuß gelassen worden war, befindet sich derzeit in einer forensischen Klinik.

Das Ziel der Anklage ist klar. Sollte sich der Verdacht erhärten, dass der Mann eine psychischen Erkrankung hat, dann wird er in einer geschlossenen Einrichtung eingeliefert. Derzeit liege aber kein psychatrisches Gutachten vor, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Christoph Mackel, gegenüber der Neuen Westfälischen.

Am 15. Januar, gegen 13 Uhr, hatte der 20-Jährige einen 64-jährigen Mann mit Schlägen und Tritten attackiert. Ein Anwohner hatte den Täter schließlich vertrieben. "Wenn der ein Messer oder eine Pistole gehabt hätte, würde ich hier nicht mehr stehen", berichtete das Opfer später.

Nach der Tat konnte der 20-Jährige zuerst nicht aufgespürt werden, weswegen er gegen 15 Uhr noch einen 61-jährigen Mann angriff. Diesen überfiel er mit einem Schraubenzieher und stach gezielt in Richtung des Kopfes. Weil das Opfer aber geschickt ausweichen konnte, erwischte ihn der Schraubenzieher nur am Hals.

"Mein Mandant hat ungeheueres Glück gehabt", sagte Rechtsanwalt Christian Thüner, der den Herforder als Nebenkläger vertritt.

Der 20-Jährige war schließlich am Tattag gegen 19 Uhr Hansastraße gefasst und in eine psychiatrische Klinik gebracht worden.


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