22-Jährige kämpft um ihr Kind: Wurde ihr die Tochter grundlos weggenommen?

Warburg - Für Marina (22) aus Warburg waren die vergangenen zwei Jahre der blanke Horror. "Ich wache jeden Morgen auf und habe Angst, dass demnächst das Jugendamt vor der Tür steht", erzählt sie im Gespräch mit TAG24.

Die kleine Anika befindet sich seit gut einer Woche in der Obhut des Jugendamtes vom Kreis Höxter.
Die kleine Anika befindet sich seit gut einer Woche in der Obhut des Jugendamtes vom Kreis Höxter.

Doch warum wird die junge Mutter von der Angst geplagt, dass jemand ihr ihre Tochter Anika (2) wegnehmen könnte?

Aufmerksam sei das Jugendamt auf sie geworden, als sie von Paderborn nach Warburg zog. Dort organisierte sich die 22-Jährige eine Familienhilfe beim Jugendamt des Kreises Höxter. Ihr Ex-Freund und Vater der zweijährigen Tochter war zuvor ausgerastet, hatte alle Türen in der Wohnung ihrer eigenen Mutter eingeschlagen.

Sie dachte, dass mit der Familienhilfe alles besser werden würde. "Ich war mir selbst nicht sicher, ob ich das alles so hinbekomme. Im Nachhinein wäre es auch ohne Hilfe gegangen", erzählt Marina. Irgendwann lief alles aus dem Ruder. "Seit Jahren habe ich jetzt schon nur noch Stress mit dem Jugendamt. Ich komme mit der Art von der Familienhilfe einfach nicht zurecht. Das habe ich auch mehrfach angesprochen."

Doch vom Jugendamt sei immer nur zurückgekommen, dass es nicht nötig sei, eine andere Familienhilfe zu bestellen. Das hatte Folgen: "Die Frau meinte immer, Gerüchte über mich in die Welt setzen zu müssen. Zum Beispiel behauptete sie, ich hätte mich mit Absicht verbrüht oder ich hätte mir eine Glatze geschnitten. Irgendwann hieß es sogar, ich sei psychisch krank."

Marina und ihre Tochter waren immer glücklich miteinander - bis das Jugendamt kam.
Marina und ihre Tochter waren immer glücklich miteinander - bis das Jugendamt kam.

Die junge Mutter bezeichnet das als "totalen Schwachsinn". Die Verbrühungen zog sie sich zu, als sie sich bei einer Erkältung ein Kamillenbad machte und die Schüssel umkippte. Deswegen musste sie sogar ins Krankenhaus, aus dem sie gerade erst entlassen wurde. "Und zu der Glatze kam es, weil ich einfach mal Lust hatte, eine zu machen", erklärt sie.

Doch es sollte noch schlimmer kommen: Das Jugendamt schickte eine Gutachterin zu der 22-Jährigen. Die bestätigte schließlich eine psychische Krankheit. "Wir vermuten, dass die Frau vom Jugendamt bestochen wurde", lauten die schweren Anschuldigungen von Marina.

Welche psychische Krankheit die junge Mutter haben soll, weiß sie nicht. "Was ich habe: keine Ahnung! Das würde ich auch gerne mal wissen..."

Zweimal habe das Jugendamt bereits bei ihr auf der Matte gestanden, um Anika abzuholen. Gerade sei es wieder so weit gewesen. Seit gut einer Woche befindet sich die Zweijährige in der Obhut des Jugendamtes.

Wann Marina ihre Tochter das nächste Mal in die Arme schließen kann, weiß sie nicht. Doch sie will nicht aufhören, um die Zweijährige zu kämpfen.
Wann Marina ihre Tochter das nächste Mal in die Arme schließen kann, weiß sie nicht. Doch sie will nicht aufhören, um die Zweijährige zu kämpfen.

"Es gab nie wirklich Gründe, warum man mir Anika weggenommen hat. Aktuell sieht es so aus, dass meine Familienhilfe erzählt hat, dass ich meine Tochter gewaltsam hingelegt hätte, Anika nicht immer warmes Essen bekommen würde und wenn wir auf einem Spielplatz waren, dass ich am Smartphone war. Das alles stimmt nicht."

Dass Marina ihr Kind schnell wieder in den Armen halten kann, ist wohl ausgeschlossen. "Aber ich werde dran bleiben, damit ich meine Tochter wiederbekomme", gibt sich die 22-Jährige kämpferisch.

"Aus Gründen des Sozialdatenschutzes dürfen wir zu einzelnen Personen leider keine Auskunft geben", erklärt Silja Polzin, Pressesprecherin vom Kreis Höxter, auf TAG24-Anfrage. Dennoch spricht sie von Verleumdung.

Was an den schweren Vorwürfen gegenüber dem Jugendamt dran ist, ist schwer nachzuvollziehen. Mittlerweile fehle Marina die Kraft, sich weiter mit den Verantwortlichen auseinanderzusetzen. Sie hofft, dass sich etwas ändert, wenn sie ihre Geschichte an die Öffentlichkeit bringt.


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