Horror im OP: Ärzte vergessen 60 Zentimeter Draht im Körper von Patientin (†)

Warburg – Im Jahr 2015 vergaßen Ärzte im Helios-Klinikum bei einer Operation einen 60 Zentimeter langen Draht im Körper einer 74-Jährigen. Nun wurde der Fall vor dem Paderborner Amtsgericht verhandelt.

Im Helios-Klinikum ist den Ärzten 2015 ein grober Fehler unterlaufen.
Im Helios-Klinikum ist den Ärzten 2015 ein grober Fehler unterlaufen.

Als der Draht acht Monate später entdeckt wurde, war es bereits zu spät: Die Frau starb an einer Blutvergiftung. Daraufhin verklagten die Kinder der 74-Jährigen das Warburger Krankenhaus, wie die Neue Westfälische mitteilte.

Ob die Sepsis wirklich durch den Draht ausgelöst wurde, sei jedoch unklar. An dem Fremdkörper hatten sich jedoch Keime festgesetzt: "Dass diese Keime die Blutvergiftung verursacht haben, lässt sich nicht mehr feststellen. Es kann aber auch nicht ausgeschlossen werden", lautete der Befund des Gutachtens.

Dabei handelte es sich bei der Venen-Erweiterung um einen komplikationsarmen Routineeingriff, der täglich rund 1000 Mal durchgeführt werde.

"Dass Tupfer oder ähnliches im Patienten vergessen werden, kommt durchaus vor", entgegnete Nikolaos Penteridis, Fachanwalt für Medizinrecht. Ein 60 Zentimeter langer Draht sei da schon sehr außergewöhnlich.

Schockierend sei zudem, dass der Draht auf dem Röntgenbild, welches direkt nach dem Eingriff angefertigt wurde, gut zu erkennen gewesen sei. Spätestens dann, hätte der Fremdkörper sofort entfernt werden müssen, erklärte Penteridis. Die Mediziner unternahmen jedoch nichts.

Die Warburger Klinik bedauerte den Fall zutiefst und stimmte dem Vergleich des Landgerichtes zu. Demnach zahlte das Klinikum 18.000 Euro Schmerzensgeld an die Hinterbliebenen und traf interne Maßnahmen, die solch grobe Fehler in Zukunft verhindern sollen.