Warnstreik! Ärzte gehen auf die Straße, Notbesetzung in Krankenhäusern

Stuttgart - Der Marburger Bund hat Ärzte an kommunalen Kliniken für Dienstag zum Warnstreik in Baden-Württemberg aufgerufen.

Am Montag rief der Ärztebund "Marburger Bund" bereits in Schleswig-Holstein zum Streik auf, wie hier in Kiel.
Am Montag rief der Ärztebund "Marburger Bund" bereits in Schleswig-Holstein zum Streik auf, wie hier in Kiel.  © DPA

In den Krankenhäusern gebe es aber Notbesetzungen, sagte ein Sprecher der Ärztegewerkschaft. Am gestrigen Montag wurde bereits in Schleswig-Holstein zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen (TAG24 berichtete).

Einige geplante Operationen könnten sich indes verzögern. Für 13 Uhr ist eine Demonstration vom Stuttgarter Katharinenhospital zum Marktplatz geplant. Hier soll die zentrale Kundgebung stattfinden. "Wir rechnen mit etwa 1000 Teilnehmern aus der Ärzteschaft", sagte der Sprecher.

Grund für den Warnstreik ist ein Tarifkonflikt mit den kommunalen Kliniken. Die Gewerkschaft fordert unter anderem fünf Prozent mehr Geld und zwei freie Wochenenden im Monat. Ein erstes Angebot der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hatte der Marburger Bund als unzureichend abgelehnt.

Auch will die Ärztegewerkschaft dazu beitragen, die Arbeitsbelastung zu senken. Die Arbeitszeit des medizinischen Personals müsse daher exakt erfasst werden, wie der Landeschef des Marburger Bundes, Frank Joachim Reuther, erklärte.

"Wir wollen deshalb eine manipulationsfreie, automatisierte, elektronische Arbeitszeiterfassung", heißt es dazu in einer Mitteilung.

Ärzte machen vor neuer Verhandlungsrunde Druck

Update 12.30 Uhr: Mehrere Hundert Ärzte aus kommunalen Krankenhäusern im Südwesten sind dem Warnstreik-Aufruf des Marburger Bundes gefolgt. Sie machen vor der vierten Verhandlungsrunde Druck auf die kommunalen Arbeitgeber. Wie die Gewerkschaft am Dienstag weiter mitteilte, wird am 2. und 3. Mai in Berlin weiter verhandelt.

In den vom ganztägigen Ausstand betroffenen Kliniken wurden Vereinbarungen getroffen, um Notfälle ärztlich versorgen zu können.

Der Marburger Bund im Südwesten gehört mit 16.000 organisierten Medizinern zu den mitgliederstärksten Landesverbänden.

Bei dem ganztägigen Warnstreik werden etwa 1000 Ärzte erwartet.
Bei dem ganztägigen Warnstreik werden etwa 1000 Ärzte erwartet.  © DPA

Titelfoto: DPA

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