Hunderte Ärzte und Pflegekräfte streiken an Uni-Kliniken im Norden

Kiel/Lübeck/Hannover - Hunderte Ärzte und Pflegekräfte haben am Dienstag den Warnstreik am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein unterstützt.

Streikende Pflegekräfte stehen vor dem Universitätsklinikum UKSH.
Streikende Pflegekräfte stehen vor dem Universitätsklinikum UKSH.  © Carsten Rehder/dpa

Die Versorgung der Patienten sei durch die getroffenen Notdienstvereinbarungen sichergestellt gewesen, teilten die Gewerkschaften Verdi und Marburger Bund sowie ein Sprecher des UKSH übereinstimmend mit.

Es seien aber Termine und aufschiebbare Operationen verlegt worden.

Ein Verdi-Sprecher forderte den Vorstand des UKSH auf, endlich die Blockadehaltung aufzugeben und bei der sechsten Verhandlungsrunde für die Pflegekräfte am Donnerstag ein ordentliches Angebot auf den Tisch zu legen.

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Dann seien die Chancen auf eine Einigung gut. Ein UKSH-Sprecher äußerte sich ausweichend, ob ein neues Angebot kommt: "Wir vom UKSH reden nicht übereinander, sondern miteinander."

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Marret Bohn, schlug vor, unabhängige Experten einzubeziehen, um zu einer Schlichtung zwischen Vorstand und Verdi zu kommen.

Den Gewerkschaften geht es vor allem darum, die nach ihrer Darstellung unzumutbar hohe Dauerbelastung von Ärzten und Pflegekräften abzubauen.

Verdi verlangt 420 Mitarbeiter mehr, um eine angemessene Pflege zu gewährleisten. Das Klinikum hat bisher 182 Mitarbeiter zusätzlich angeboten. Laut UKSH sind im Klinikum insgesamt rund 3300 Pflegekräfte beschäftigt.

Über die Zahl der Ärzte und Pflegekräfte vom UKSH, die sich am Dienstag am Warnstreik beteiligten, gingen die Angaben der Gewerkschaften und des UKSH weit auseinander. Laut UKSH hatten sich etwa 160 von mehr als 2000 Ärzten abgemeldet. Der Marbacher Bund nannte die Zahl 350.

Laut Verdi waren in Lübeck etwa 350 Pflegekräfte im Warnstreik, in Kiel etwa 300 sowie 200 Auszubildende. Dagegen nannte das UKSH lediglich die Gesamtzahl von gut 200 Pflegekräften.

Die Versorgung der Patienten wurde durch den Notdienst vereinbart.
Die Versorgung der Patienten wurde durch den Notdienst vereinbart.  © Markus Scholz/dpa

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