Kitas, Kliniken und Schulen: Hier wird jetzt gestreikt

Kiel - In Schleswig-Holstein hat am Montagmorgen ein ganztägiger Warnstreik des öffentlichen Dienstes begonnen.

Beschäftigte demonstrieren für mehr Lohn.
Beschäftigte demonstrieren für mehr Lohn.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Mit der landesweiten Aktion wollen die Gewerkschaften im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes der Länder den Druck erhöhen.

Es sind die bislang größten Proteste im Rahmen dieser Tarifauseinandersetzung im Norden.

Betroffen seien unter anderem das Uni-Klinikum Schleswig-Holstein mit den Standorten Kiel und Lübeck, sämtliche Landesverwaltungen einschließlich der Ministerien, die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein sowie das Landeslabor in Neumünster, sagte ein Verdi-Sprecher am Montag.

Geplant sind laut Gewerkschaft regionale Kundgebungen.

In Kiel wollen die Beschäftigten bei einer Demonstration vom Gewerkschaftshaus an der Legienstraße zum Asmus-Bremer-Platz ziehen.

Ein Mann hält auf einer Kundgebung im Rahmen eines Warnstreiks am vergangenen Mittwoch in Hamburg ein Schild mit der Aufschrift "Ohne uns läuft keine Schule - Aufwerten jetzt - Entlastung".
Ein Mann hält auf einer Kundgebung im Rahmen eines Warnstreiks am vergangenen Mittwoch in Hamburg ein Schild mit der Aufschrift "Ohne uns läuft keine Schule - Aufwerten jetzt - Entlastung".  © dpa/Daniel Bockwoldt

Daran beteiligt sich neben Verdi und GEW auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Bei der Schlusskundgebung wird auch der GdP-Landesvorsitzende Torsten Jäger sprechen.

Unterrichtsausfälle in den Schulen soll es aber nur wenige geben, weil nur ein kleiner Teil der Lehrer Angestellte sind und verbeamtete Lehrer nicht streiken dürfen.

Auch die meisten Kitas sind vom Warnstreik nicht betroffen. Ausnahmen sind die Kitas des Studentenwerks an den Hochschulstandorten Kiel, Lübeck und Flensburg.

Die Gewerkschaften verlangen Einkommenssteigerungen von sechs Prozent - mindestens aber 200 Euro mehr im Monat.

Die Tarifgemeinschaft der Länder lehnt dies ab, hatte bei der zweiten Verhandlungsrunde aber noch kein eigenes Angebot vorgelegt.

Update, 12.06 Uhr: Kundenzentren betroffen

In den Kundenzentren der Hamburger Bezirksämter kam es nach Angaben der Finanzbehörde bereits zu erheblichen Einschränkungen. In mehreren Zentren waren keine Termin- oder Spontanbesuche mehr möglich.

Geschätzt rund 2000 Menschen folgten einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi und versammelten sich auf dem Gänsemarkt. Mit Trillerpfeifen und Knarren verliehen sie der Forderung nach Einkommenserhöhungen von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro pro Monat mehr Nachdruck. Anschließend zogen sie durch die Innenstadt vor das Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof. Der Beamtenbund hatte ebenfalls zu Streiks und Kundgebungen aufgerufen. Ein Demonstrationszug bewegte sich nach Polizeiangaben am Vormittag von der Reeperbahn Richtung Gänsemarkt.

Wegen der Warnstreiks konnten Bürger in den Kundenzentren Mitte-Kern, Bergedorf, Rahlstedt, Süderelbe und Wandsbek am Vormittag keine Termin wahrnehmen. In Bergedorf und Mitte-Kern versuche ein Notdienst, die Dokumentenausgabe sicherzustellen, sagte ein Sprecher.

Und weiter: "Im Kundenzentrum Süderelbe ist den ganzen Tag über keine Kundenbedienung mehr möglich, im Kundenzentrum Wandsbek-Kern ab 15 Uhr nicht mehr."

Titelfoto: dpa/Daniel Bockwoldt


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0