Warum es auf ostdeutschen Autobahnen nun richtig eng und gefährlich wird

Potsdam/Erfurt/Magdeburg/Dresden - Wenn sich zum Feierabend berufstätige Menschen nach Hause aufmachen, heißt es für viele Lkw-Fahrer: Ab auf einen Stellplatz an der Autobahn. Im Osten der Bundesrepublik einen zu finden, wird jedoch immer schwieriger. Das kann für den gesamten Straßenverkehr gefährlich werden.

Lkw stehen auf dem Parkplatz der Raststätte Eichelborn-Nord an der A4 zwischen Weimar und Erfurt.
Lkw stehen auf dem Parkplatz der Raststätte Eichelborn-Nord an der A4 zwischen Weimar und Erfurt.  © DPA

Der Güterverkehr auf den Autobahnen in Ost-Deutschland wächst, doch die Zahl der Stellplätze reicht vielerorts nicht mehr aus. Die Fahrer sind dadurch oft gezwungen, unerlaubt in Ein- oder Ausfahrten von Rastplätzen zu parken. Das bestätigen die zuständigen Landesämter in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Die Länder stellen zwar mehr Plätze in Aussicht und hätten auch das nötige Geld, doch zwischen Planung und Fertigstellung vergehen mitunter zehn bis fünfzehn Jahre.

Das sei zu lange, erklärt der ADAC-Vorstand für Verkehr und Technik in Sachsen, Helmut Büschke. Etwa 400 Stellflächen fehlten derzeit im Freistaat. Nach Angaben des dortigen Landesamtes für Straßenbau gäbe es rund 2500 Lkw-Stellplätze. 320 zusätzliche seien aktuell in Planung. Wann Lastwagen dort parken werden, konnte die Behörde jedoch nicht sagen.

Lastwagen stehen dicht an dicht auf einem Rastplatz an der Bundesautobahn A2.
Lastwagen stehen dicht an dicht auf einem Rastplatz an der Bundesautobahn A2.  © DPA

Für die Fahrer bedeuten volle Rastplätze mitunter längere Fahrzeiten auf der Suche nach freien Stellflächen und zusätzlichen Stress.

Der ADAC Sachsen-Anhalt sieht darin ein lebensgefährliches Unfallrisiko. Weniger Zeit für Erholung und die hohe Belastung würden sich auf die Konzentrationsfähigkeit beim Fahren auswirken.

Auf Brandenburgs Autobahnen rechnet der Automobilclub mit immer mehr überfüllten Lkw-Stellplätzen. In den kommenden Jahren sei mit einer Verdoppelung des Lkw-Verkehrs im Transitland Brandenburg zu rechnen, sagte ein ADAC-Sprecher. Zudem würde die Maut auf Bundesstraßen die Brummis vermehrt auf die Autobahn treiben. Möglichkeiten für mehr Stellplätze könnten aber private Autohöfe bringen.

Auf der A10, dem südlichen Berliner Ring, gäbe es jetzt schon Engpässe durch das hohe Lkw-Aufkommen, heißt es vom Landesministerium für Infrastruktur und Landesplanung.

Insgesamt existieren in Brandenburg rund 3800 Parkmöglichkeiten für Lastwagen. Verschiedene Projekte auf der A2, A10, A13 und A24 sollen die Lage in Zukunft entspannen. Auch in Thrüingen (A4 und A38) und in weiteren Nachbarbundesländern wird eifrig an einer Lösung gearbeitet.