Protest in Polen: "Nieder mit der Europäischen Union"

Warschau - Am 1. Mai begeht Polen den 15. Jahrestag seines Beitritts zur Europäischen Union (EU). Doch statt Feierlichkeiten planen nationale Interessengruppen in Warschau einen "Souveränitätsmarsch" unter dem Motto "Nieder mit der Europäischen Union in ihrer jetzigen Form".

Der frühere Abgeordnete des EU-Parlaments aus Polen, Janusz Korwin-Mikke.
Der frühere Abgeordnete des EU-Parlaments aus Polen, Janusz Korwin-Mikke.  © Patrick Seeger/epa/dpa

Obwohl 24 Prozent der polnischen Bevölkerung den Beitritt Polens zur EU nicht wollten, schloss sich das Land am 1. Mai 2004 dem Bündnis an.

Deshalb "wollen wir an diesem Tag einen großartigen 'Marsch der Souveränen' veranstalten", zitiert das polnische Nachrichtenportal "Interia" den Vorsitzenden der Wolność (Koalition der Erneuerung der Republik Freiheit und Hoffnung), Janusz Korwin-Mikke (76), der den Marsch mitorganisiert. Der Politiker war von Juli 2014 bis März 2018 Mitglied des Europäischen Parlaments.

Verschiedene weitere Organisationen und Verbände wollen sich anschließen, um gegen die EU "in ihrer jetzigen Form" zu protestieren.

Auch der Unternehmer und Politikwissenschaftler Maciej Maciejowski sprach sich dafür aus, dass die EU in ihrer derzeitigen Form nicht existentiell sei und in die Form der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zurückkehren (EWG) müsse.

Die EWG war der ursprüngliche Name eines Zusammenschlusses europäischer Staaten zur Förderung der gemeinsamen Wirtschaftspolitik im Rahmen der europäischen Integration. Sie wurde 1957 gegründet, zu den Gründungsländern gehörten Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande und die BRD.

Die Veranstalter hoffen, dass sich an dem Marsch Tausende beteiligen werden. Eine Tendenz, wie die Europawahl 2019 (vom 23. bis 26. Mai) in Polen ausfallen könnte, lässt sich bislang nicht einschätzen.

Titelfoto: Patrick Seeger/epa/dpa, dpa


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0