Warum gehen immer mehr abgelehnte Asylbewerber freiwillig?

Immer mehr abgelehnte Asylbewerber warten nicht mehr auf die Zwangsabschiebung.
Immer mehr abgelehnte Asylbewerber warten nicht mehr auf die Zwangsabschiebung.  © DPA

Kreis Minden-Lübbecke - Seit dem 14. Dezember werden in Deutschland afghanische Asylbewerber konsequent abgeschoben (TAG24 berichtete). Teile ihrer Heimat gelten laut Bundesregierung als sicher. Im Kreis Minden-Lübbecke warten viele abgelehnte Asylbewerber nicht mal mehr darauf, abgeschoben zu werden, und verlassen freiwillig das Land.

Wie die Neue Westfälische berichtet, verzichten viele auf die "zwangsweise Rückführung". Ein Grund: Die Ausländerbehörde setzt auf Einsicht. Die zeigt ein Großteil der aus Albanien, Marokko und Algerien stammenden Flüchtlinge anscheinend.

"Abgelehnte Asylbewerber sind ausreisepflichtig, demzufolge werden sie von der Ausländerbehörde entsprechend beraten und über die Vorteile einer freiwilligen Ausreise aufgeklärt", erklärt die Kreisbehörde ihren Ansatz gegenüber der Zeitung.

Im letzten Jahr wurden 39 Personen aus dem Kreis Minden-Lübbecke (ohne Minden) "zwangsweise zurückgeführt". Dieses Jahr gibt es keine auffälligen Veränderungen. Nur die Zahl der abgelehnten Asylbewerber, die freiwillig gehen, ist gestiegen.

Während bis einschließlich November 2015 nur 42 Menschen freiwillig die Heimreise angetreten haben, waren es 2016 zum jetzigen Zeitpunkt jetzt schon 121!

Wird ein Asylbewerber abgelehnt, hat er 30 Tage Zeit, Deutschland zu verlassen. Danach wird er zwangsabgeschoben. Hat das Heimatland einen sicheren Status, beträgt die Frist sogar nur eine Woche.


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