Warum hat der CFC zu wenig Geduld mit seinen Spielern?

Das sind die neuen Himmelblauen: Jan Klauke, Daniel Frahn, Alexander Bittroff (hinten, von links), Jan Koch, Marius Gersbeck und Eke Uzoma (vorn, von links).
Das sind die neuen Himmelblauen: Jan Klauke, Daniel Frahn, Alexander Bittroff (hinten, von links), Jan Koch, Marius Gersbeck und Eke Uzoma (vorn, von links).

Von Olaf Morgenstern

Chemnitz - Einen Titel hat der CFC in dieser Saison sicher, den das Transfer-Meisters! Im Sommer kamen elf Neue, zehn Spieler verließen den Verein. Mit Jahresbeginn wurde der Kader erneut kräftig umgekrempelt (sechs Zu-, acht Abgänge). MORGENPOST fragte bei Sportdirektor Stephan Beutel nach.


2:5 zum Auftakt in Kiel - war diese Niederlage für Sie als Sportdirektor besonders deprimierend?

Beutel: „Wir haben in den vergangenen Wochen viel gearbeitet. 14 Transfers mussten abgewickelt werden, das war eine Menge Holz. Aber letztlich ist es unerheblich, ob der Sportdirektor viel oder wenig getan hat. Es ist insgesamt und für uns alle enttäuschend, dass wir mit diesem sehr negativen Ergebnis in das Punktspieljahr gestartet sind.“

14 Transfers allein in der Winterpause - damit liegt der CFC an der Spitze aller Drittligisten. Im Umfeld des Vereins gibt es viele, die die ständigen Veränderungen im Spielerkader kritisch sehen …

Beutel: „Die Entscheidungen waren unpopulär, aber absolut notwendig. Die Mannschaft hat sich nicht so entwickelt, wie wir uns das im Sommer erhofft haben. Deshalb musste es Korrekturen geben. Mit Daniel Frahn oder Alexander Bittroff wurde Qualität dazu geholt. Und wir haben den Kader insgesamt verkleinert. Fakt ist aber auch, dass wir nicht in jeder Transferperiode so einen großen Umbruch vollziehen wollen. Die Mannschaft ist jetzt so aufgestellt, dass sie im kommenden Sommer nur punktuell verändert werden muss.“

Sportdirektor Stephan Beutel war in der Winterpause erneut fleißig auf dem Transfermarkt aktiv. Die ständigen Veränderungen im CFC-Kader sehen viele inzwischen kritisch.
Sportdirektor Stephan Beutel war in der Winterpause erneut fleißig auf dem Transfermarkt aktiv. Die ständigen Veränderungen im CFC-Kader sehen viele inzwischen kritisch.

Mit Daniel Batz, Marco Rapp, Christian Cappek und Alexander Nandzik gingen vier Spieler nach einem halben Jahr wieder weg. Hat der CFC zu wenig Geduld?

Beutel: „Es gab ja auch Spieler, die auf uns zugekommen sind und von sich aus weg wollten. Daniel Batz zum Beispiel war unzufrieden mit seiner Rolle als Ersatztorwart. Bei Marco Rapp war es so, dass für ihn bei uns keine Perspektive mehr absehbar war. Wir haben auf seiner Position mit Jamil Dem einen Spieler, der sehr solide und konstant auf einem hohen Niveau spielt. Rapp ist aber in einem Alter, wo er spielen möchte. Wir haben gemeinsam nach Lösungen gesucht und gefunden. Auch mit Christian Cappek haben wir uns zusammengesetzt und ganz offen über seine Zukunft geredet. Er hatte mit Saarbrücken und Wehen Wiesbaden dann zwei Optionen. Wir werden sehen, ob es jetzt in Wiesbaden für ihn passt.“

Spieler ohne Perspektive wurden Anfang Januar in die Trainingsgruppe II geschickt …

Beutel: „Die haben wir innerhalb kürzester Zeit wieder aufgelöst. Das war unser Anliegen. Wir wollten für die Spieler, die keine Perspektive mehr hatten, dauerhaft bei uns zu spielen, Lösungen finden. Das haben wir geschafft. Alle Spieler haben neue Vereine gefunden.“

Zurück zum aktuellen Tagesgeschäft: Morgen kommt der 1. FC Magdeburg. Wird sich die Mannschaft in diesem Prestigeduell besser präsentieren als in Kiel?

Beutel: „Wir versuchen, trotz der schwierigen Situation konzentriert weiter zu arbeiten. Wir wollen uns in den kommenden Wochen da unten raus arbeiten. Ich bin optimistisch, dass uns das gelingt, weil die Mannschaft in der Vorbereitung ein deutlich besseres Gesicht gezeigt hat als in Kiel.“

Fotos: Peggy Schellenberger, picture point/Kerstin Kummer


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