Warum stehen in einem Wald in Bayern 2000 neue Autos von Audi?

Kreuzlinger Forst - In einem Waldgebiet zwischen Krailing und Germering reihen sich zahlreiche Audi-Fahrzeuge aneinander. Seite an Seite stehen abgedeckte Mittelklassewagen, doch wieso eigentlich?

In einem Wald in Bayern stehen aktuell 2000 brandneue Autos von Audi. (Symbolbild)
In einem Wald in Bayern stehen aktuell 2000 brandneue Autos von Audi. (Symbolbild)  © DPA

Knapp 2000 nicht zugelassene Autos stehen auf einem alten Militärgelände - und das illegal!

Das Waldgebiet zwischen Kralling und Germering gehört zum Gelände des Tanklagers, das ehemals im Besitz der insolvent gegangenen Viktoriagruppe AG war. Jetzt nutzt offenbar der Ingolstädter Autohersteller einen kleinen Teil des 240 Hektar großen Geländes.

"Die Wagen sind alle von Audi produziert und schon an Autohändler verkauft. Aber sie können nicht ausgeliefert werden", sagt Bernhard Breitsameter, Forstdirektor und Mitarbeiter der G1 Real Estate, der das Gelände gehört, gegenüber der Münchner Abendzeitung.

Das Tanklager sei nur eine von mehreren Flächen in ganz Deutschland, auf denen Autokonzerne derzeit ihre Neuwagen zwischenlagern. Grund dafür ist das neue Abgas-Prüfverfahren. "Jeder Wagen muss diesen Prüfstand machen. Das ist das Nadelöhr, sozusagen", erklärt Breitsameter.

Dadurch verzögert sich die Auslieferung und die Autos müssen gelagert werden. Das Problem: Die Fläche ist für eine solche Zwischenutzung nicht zugelassen.

"Der Flächennutzungsplan weist explizit eine Nutzung aus, die ausschließlich dem Zweck des Tanklagerbetriebes dient", teilte ein Sprecher des zuständigen Landratsamts in Starnberg auf Anfragen der AZ mit.

Jetzt müssen die Autos weg. "Der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass das eigentlich hinrissig ist", sagt Breitsameter. Würden anstelle der Autos Tanklaster stehen, wäre das völlig ok.

Niemand wolle Ärger mit Gemeinde und Landratsamt, beteuert Breitsameter gegenüber der AZ. "Was mir ganz wichtig ist zu sagen: Nicht wir sind hier auf irgendwen zugegangen. Audi ist auf uns zugekommen. Die wissen halt, dass auf ehemaligen Militärflächen Platz ist und große Flächen sind, auf denen man die Autos unterbringen könnte."

Titelfoto: DPA


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