Das Wetter spielt 2014 verrückt - und es geht so weiter!

Nur Ende Januar zeigte sich der Winter in der Stadt.
Nur Ende Januar zeigte sich der Winter in der Stadt.

Von Antje Meier

Dresden - Das Wetter macht, was es will – besonders in diesem Jahr. „Das Jahr 2014 wird im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1960 bis 1990 deutlich zu warm sein.

Selbst, wenn man den Mittelungszeitraum 1980 bis 2010 zum Vergleich heranzieht“, resümiert Jens Oehmichen (46), Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Leipzig.

Für die Morgenpost lässt er das fast verstrichene Jahr Revue passieren:

Von Winter kaum eine Spur
Die Monate Januar und Februar waren viel zu warm – bis zu 5 Grad mehr als im langjährigen Mittel. Nur die letzte Januarwoche mit zum Beispiel minus 18 Grad in Dresden brachte Winterwetter, allerdings mit zu wenig Schnee, sogar in den Mittelgebirgen.

Die erste Hitzewelle rollte im Juni an.
Die erste Hitzewelle rollte im Juni an.

Insgesamt blieb es mit bis zu 70 Prozent weniger Niederschlag im Januar zu trocken.

Frühling war zu warm
„Schon am 30. März gab es vereinzelt knapp 20 Grad“, sagt Jens Oehmichen. Damit war der Monat bis zu 5 Grad wärmer als sonst. Dieser Trend setzt sich im April fort. Anfang Juni erlebt Sachsen eine Hitzewelle. Außerdem scheint die Sonne fast doppelt so oft als sonst üblich.
„Die Vegetation war zwei bis zweieinhalb Wochen voraus. Das ist in den letzten 20 Jahren bisher nur zweimal so ähnlich gewesen.“

Der Herbst war goldig
Nach der Trockenheit in den ersten Monaten des Jahres kam im Sommer der Regen zurück - gepaart mit teils heftigen Gewittern. So grollte es im Juli allein in Dresden achtmal. Während in Ostsachsen 150 Prozent des üblichen Niederschlags gemessen wurden, fiel in Westsachsen dreimal mehr als sonst.

Goldener Herbst bei der "künstlichen" Pillnitzer Ruine.
Goldener Herbst bei der "künstlichen" Pillnitzer Ruine.

Auch August und September waren zu nass. Über den diesjährigen Herbst kann kaum einer meckern. Bis in den November hinein blieb es mild. Die Temperaturen lagen bis zu drei Grad über dem jährlichen Mittel.

Auch die Sonne schien überdurchschnittlich oft (November: 120 bis 150 Prozent).

Und wie geht’s weiter?
Nach dem kurzen Schnee-Intermezzo wird es wohl wieder wechselhaft. Jens Oehmichen:
„Für den Beginn des neuen Jahres ist noch keine grundsätzliche Änderung der windigen und wechselhaften Lage abzusehen. Wenn sich mal eine winterliche Lage einstellen sollte, dann wird sie wahrscheinlich nicht von langer Dauer sein.“

Winter greift nach Sachsen - frostige Kälte am Wochenende

Auch in Städten kommt es zu einer Schneedecke.
Auch in Städten kommt es zu einer Schneedecke.

Leipzig - Mit kalten Nächten und Schnee geht das Jahr in Sachsen winterlich zu Ende.

Wie der Deutsche Wetterdienst in Leipzig am Freitag mitteilte, setzt schon in der Nacht zum Samstag überall Dauerfrost ein.

Dabei werden im Flachland bis zu 6 Grad unter Null und im Bergland bis minus 10 Grad erwartet.

Am Sonntag wird das Thermometer minus 2 bis minus 8 Grad nicht übersteigen und in der Nacht zum Montag in den Bergen bis auf minus 14 Grad fallen.

Nach Schneefällen liegen in den Kammlagen der Mittelgebirge etwa 10 Zentimeter weiße Pracht.
Auf einigen Straßen kam zu Unfällen.

Erst ab Montag könne das Weiß aber ganz Sachsen bedecken, teilte der Wetterdienst weiter mit.

Fotos: Eric Münch, DPA, Jörg Schulz


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