Was hat Greenpeace mit Sachsens Tagebauen vor?

Greenpeace fordert den sofortigen Kohleausstieg.
Greenpeace fordert den sofortigen Kohleausstieg.

Von Juliane Morgenroth

Dresden - Der schwedische Staatskonzern verkauft seine Braunkohle-Sparte. Jetzt ein überraschendes Angebot: Greenpeace Schweden will die Tagebaue und Kraftwerke in der Lausitz kaufen! Die Umweltschützer wollen so dafür sorgen, dass die Kohle in der Erde bleibt.

Greenpeace Schweden appellierte an die schwedische Regierung, die Vattenfall-Braunkohle-Sparte an sie zu verkaufen. „Wir werden eine ernsthafte Diskussion mit Vattenfall über den Kauf führen“, erklärte Greenpeace-Managerin Annika Jacobson.

Die schwedische Regierung dürfe es nicht hinnehmen, wenn ein Käufer dagegen weiter große Kohlemengen verbrenne.

Derzeit betreibt Vattenfall noch fünf Kohlegruben und drei Kraftwerke in Sachsen.
Derzeit betreibt Vattenfall noch fünf Kohlegruben und drei Kraftwerke in Sachsen.

Dies könne ein Signal für die bevorstehende Weltklimakonferenz in Paris sein. Angedacht sei, den Kauf mit Spendengeldern oder Schwarmfinanzierung zu bezahlen.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Vattenfall Europe Mining, Rüdiger Siebers, bezeichnete das Kaufinteresse der Umweltorganisation als einen "PR-Gag". "Das nehmen wir nicht ernst.“

Die Frist für Kauf-Interessensbekundungen endete Mittwoch um 12 Uhr.

In Sachsen und Brandenburg betreibt Vattenfall derzeit noch fünf Kohlegruben und drei Kraftwerke mit zusammen rund 8000 Mitarbeitern: Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Boxberg. Ein weiteres Kraftwerk, Lippendorf im Landkreis Leipzig, gehört den Schweden zusammen mit dem Karlsruher Energiekonzern EnBW.

Sachsen wünsche sich einen verantwortungsvollen Investor möglichst aus der Energiewirtschaft, „nicht irgendeine Heuschrecke oder einen Hedgefonds“, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) unlängst. Obwohl der Freistaat nicht an den Verkaufsverhandlungen teilhabe, gelte es, Interessen zu wahren.

Das betreffe die Renaturierung der Tagebaue, den Erhalt der Arbeitsplätze in der Lausitz, entsprechende Förderverträge und die Möglichkeit zur Nutzung von Optionen für neue Gruben.

Fotos: Patrick Pleul


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