Darum wird jetzt Gurkenwasser statt Streusalz verwendet

Dingolfing - Gerade ist es zwar noch gar nicht kalt genug, doch bald muss wieder auf den Straßen gestreut werden, um sie vom Eis zu befreien. Das kostet viel Geld und Ressourcen - von der Umweltbelastung ganz zu schweigen. Eine grandiose Idee aus Niederbayern soll das Problem nun lösen.

In Bayern soll statt Streusalz Gurkenwasser auf die Straßen kommen. (Archivbild)
In Bayern soll statt Streusalz Gurkenwasser auf die Straßen kommen. (Archivbild)  © Friso Gentsch/dpa

23.000 Kilometer Straßen müssen im bayerischen Winter schnee- und eisfrei gehalten werden. Dafür sind knapp 3000 Mitarbeiter der Straßenverwaltung im Einsatz, wie das Bayerische Ministerium für Wohnen Bau und Verkehr mitteilt.

Klar, dass der Winterdienst so viel Geld und Ressourcen kostet. Ein lokaler Gurkenproduzent aus Niederbayern soll nun helfen, das System ökologischer zu gestalten.

Die Develey Senf & Feinkost GmbH aus Dingolfing macht aus 17.000 Tonnen Gurken im Jahr Gewürzgurken. Das Salzwasser, das dabei entsteht, muss nach der Produktion mühsam geklärt werden.

Nun sollen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Das Gurkenwasser soll nun die Straßen eisfrei halten!

Hierfür wird das übrige Salzwasser aus der Gewürzgurken-Produktion in Salz-Sole umgewandelt und dann im Winterdienst statt Streusalz eingesetzt. Für das Pilotprojekt in Niederbayern soll das Gurken-Streumittel nun nach zahlreichen Tests im Umkreis ausgeliefert werden.

Die Salzmenge, die durch die Wiederverwertung in die Umwelt gelangt, ist geringer und Develey muss sich nicht um die Klärung des Wassers bemühen. Mehr zum Projekt findest Du auch >>hier.

Das Ministerium rechnet damit, dass durch die regionale Sole in diesem Winter 700 Tonnen Salz und 4,9 Millionen Liter Wasser eingespart werden.

Bei der Gewürzgurken-Produktion fällt Salzwasser an, das sonst geklärt werden muss. (Archivbild)
Bei der Gewürzgurken-Produktion fällt Salzwasser an, das sonst geklärt werden muss. (Archivbild)  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa

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