Was ist hier los? Rathaus Dresden plant Massengräber

Für tödliche Pandemien will die Stadt künftig Reserve-Grabflächen freihalten.
Für tödliche Pandemien will die Stadt künftig Reserve-Grabflächen freihalten.  © Norbert Neumann

Dresden - Im Seuchenjahr 1680 starben über 10.000 Dresdner aufgrund der Pest. Um damals all die Leichen bestatten zu können, mussten extra der Johannisfriedhof erweitert und der Eliasfriedhof neu angelegt werden.

Makaber, aber wichtig: Auch heute rechnet die Stadtverwaltung mit tödlichen Pandemien und hält künftig Platz für besonders viele Leichen in kurzer Zeit auf Dresdner Friedhöfen parat.

Die Berechnungen im Entwurf des neuen "Friedhofsentwicklungskonzepts" gehen in die Details.

Stecken sich beispielsweise die Hälfte der über 550.000 Dresdner bei einer Erkrankungswelle an und sterben nur 0,4 Prozent, wäre mit 1 100 zusätzlichen Toten innerhalb von acht Wochen zu rechnen.

Dies entspricht einer Verdoppelung der sonst üblichen Bestattungszahlen.

Stadträtin Heike Ahnert (37, CDU) hatte nachgehakt.
Stadträtin Heike Ahnert (37, CDU) hatte nachgehakt.  © Thomas Türpe

Um die Menschen rasch beerdigen zu können, will die Stadt jetzt langfristig Flächen vorhalten:

Pro Sarg berechnet die Verwaltung zwei Quadratmeter und pro Leichensack 1,5 Quadratmeter.

"Insgesamt entspricht das für Bestattungen im Sarg 1 320 bis 2 200 Quadratmetern Vorhaltefläche, für Bestattungen im Leichensack 990 bis 1650 Quadratmetern", so Oberbürgermeister Dirk Hilbert (45, FDP) auf eine Anfrage der Stadträtin Heike Ahnert (37, CDU).

Noch sind die genannten Flächenpläne nicht fix, befinden sich noch im Entwurf.

Die Vorlage für das "Friedhofsentwicklungskonzept" soll Anfang 2018 vom Stadtrat behandelt werden.

So wie hier auf dem Johannesfriedhof in Tolkewitz könnten die großen Wiesen für den Ernstfall herhalten.
So wie hier auf dem Johannesfriedhof in Tolkewitz könnten die großen Wiesen für den Ernstfall herhalten.  © Norbert Neumann

Titelfoto: Norbert Neumann


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