Was kommt jetzt auf die GAGFAH-Mieter zu?

Zu vermieten: Die Deutsche Annington hat momentan die meisten Wohnungen in Dortmund und Berlin.
Zu vermieten: Die Deutsche Annington hat momentan die meisten Wohnungen in Dortmund und Berlin.

Von Dirk Hein

Dresden - Aufregung auf dem Immobilienmarkt. Die „Deutsche Annington“, mit 184 000 Wohnungen und Sitz in Düsseldorf Deutschlands größter Vermieter, will die GAGFAH schlucken.

Der Deal soll schon im Januar über die Bühne gehen. Beide Unternehmen sind an der Börse notiert. Geplant ist daher, GAGFAH-Aktionären über 18 Euro je Anteilsschein zu bieten.

Aktuell steht die GAGFAH-Aktie nach einem Sprung um zwei Euro bei 17,50 Euro. Doch worauf müssen sich Mieter der 38 000 Dresdner GAGFAH-Wohnungen einstellen?

Fakt ist: Sowohl GAGFAH als auch Annington sorgten immer wieder für Negativschlagzeilen.

„Es sind beides Großvermieter mit ähnlichen Wurzeln. Beide sind durch Ankäufe groß geworden. Beide verfolgen die gleiche Geschäftspolitik“, so Ulrich Ropertz (60), Sprecher vom Deutschen Mieterbund.

Annington-Vorstandsboss Rolf Buch will Chef der Dresdner GAGFAH-Wohnungen werden.
Annington-Vorstandsboss Rolf Buch will Chef der Dresdner GAGFAH-Wohnungen werden.

Gerade in Dresden hatte im letzten Jahr aber aufseiten der GAGFAH ein Umdenken eingesetzt, das Unternehmen investierte kräftig und polierte dadurch ordentlich das Image auf.

Auch daran muss sich laut Mieterbund nichts ändern.

„Beide Unternehmen investieren da, wo es sich lohnt“, so Sprecher Ropertz weiter.

Auch nach dem Zusammenschluss (für den übrigens noch ein neuer Name gesucht wird) bleibt Dresden in einer herausragenden Position - der bislang größte Standort bei Annington war Dortmund mit 17 600 Wohnungen.

Sämtliche Mietverträge bleiben bestehen. Mieterhöhungen wegen des Eigentümerwechsels sind ausgeschlossen.

GAGFAH-Boss Thomas Zinnöcker wäre nach der Übernahme nur noch "Vize".
GAGFAH-Boss Thomas Zinnöcker wäre nach der Übernahme nur noch "Vize".

Auch die zwischen GAGFAH und der Landeshauptstadt beschlossene Sozialcharta muss übernommen werden.

Entsprechend gespalten reagiert die Politik. „Fusionen sind in der Immobilienbranche nicht selten und meist kein Grund für die Mieter, sich Sorgen zu machen“, so FDP-Chef Holger Zastrow (45).

Linke- Chef André Schollbach (36) sieht „die Gefahr, dass der entstehende Immobiliengigant versucht, die angespannte Lage auf dem Dresdner Wohnungsmarkt auszunutzen und seine Gewinne auf Kosten der Mieter zu maximieren“.

Am Dienstag will sich GAGFAH-Boss Thomas Zinnöcker (53) ausführlich zum Deal äußern.

SO BERICHTETE MOPO24 ÜBER DEN GAGFAH-VERKAUF.

Fotos: Holm Helis, Ove Landgraf, Imago, DPA


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