Was soll das denn? Sachsen-Anhalt macht Wahlkampf in Chemnitz

Diese Plakate wurden irrtümlich in Chemnitz aufgehangen.
Diese Plakate wurden irrtümlich in Chemnitz aufgehangen.

Von Thomas Nahrendorf

Chemnitz - Was für ein Ding aus dem Land der Frühaufsteher: Die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt macht in Chemnitz Werbung für die dortigen Landtagswahlen am 13. März.

Allerdings nur, weil Chemnitz mit Kemnitz verwechselt wurde.

Sprachlich klingen die beiden Orte gleich, von der Schreibweise unterscheiden sie sich. Kemnitz in Sachsen-Anhalt ist ein Ortsteil des Dorfes Steinitz mit insgesamt 478 Einwohnern.

Das wiederum gehört zu Salzwedel im Altmarkkreis. Vielleicht ist die Winzigkeit von Kemnitz auch der Grund, warum in Chemnitz (244.000 Einwohner) nur Teile der Stadt plakatiert wurden.

Danach waren die Poster alle. Aber wie konnte das passieren? Schließlich gehört Chemnitz zu Sachsen ohne Anhalt. Zudem dürfen Chemnitzer im benachbarten Bundesland gar nicht wählen.

„Das ist aber merkwürdig, dass wir auch bei Ihnen Werbung für unsere Wahl machen“, grinst Martin Hanusch, Pressesprecher des anhaltinischen Kultusministeriums, überrascht.

Doch er kann Licht ins Dunkel bringen: „Das ist ein Versehen der beauftragten Werbefirma gewesen.“ Das ist der Fachverband für Außenwerbung in Frankfurt am Main.

Die Plakate sollen nun schnellstmöglich in Chemnitz abgenommen und in und um Kemnitz aufgehängt werden. „Sie nutzen uns ja bei Ihnen nix“, nimmt er die Aktion mit Humor.

Wahlwerbung im falschen Bundesland.
Wahlwerbung im falschen Bundesland.

Fotos: Sven Gleisberg


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