Was trockenes Raumklima mit Erkältungen zu tun hat

Deutschland – Der Hals kratzt, die Nase kitzelt und ehe man sich versieht, liegt man schon mit einer dicken Erkältung im Bett. Kein Wunder angesichts von Regen und kaltem Wind. Doch nicht nur das ungemütliche Herbstwetter sorgt für Schniefnasen und Husten.

Auch das Raumklima spielt eine Rolle. Ist die Luft zu trocken, greift das nämlich die Schleimhäute an

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Ein gesundes Raumklima reduziert das Risiko eines Infektes. Das Umweltbundesamt empfiehlt eine Raumtemperatur von circa 20 Grad Celsius, für die Küche circa 18 Grad Celsius und für das Schlafzimmer nur 17 Grad Celsius. Die Temperatur sollten die anwesenden Personen allerdings als angenehm empfinden.

Neben der Zimmertemperatur spielt zudem die Luftfeuchtigkeit eine wichtige Rolle. Als Orientierungswert wird eine relative Luftfeuchte von 40 bis 60 Prozent angegeben.

Eine trockene Raumluft kann die Augen, Haut und Schleimhäute austrocknen. Das kann zu Haut- und Augenreizungen führen oder eben lästige Erkältungen begünstigen. Denn gesunde, feuchte Schleimhäute sind in der Lage, Keime abzutransportieren und Eindringlinge abzuwehren.

Wenn die Nasenschleimhaut aufgrund von Heizungsluft austrocknet, ist diese Funktion eingeschränkt und das Infektionsrisiko steigt entsprechend.

Auch wenn einem in der kalten Jahreszeit eher nach Heizen zumute ist: Ebenso wichtig ist es, ausreichend zu lüften. Damit sorgt man für ein optimales Raumklima und verhindert Schimmelbildung. Die Fenster sollten aber nicht dauerhaft gekippt sein, sondern es sollte stoßgelüftet werden.

Mehrmals am Tag werden die Fenster für 10 bis 15 Minuten komplett geöffnet - so wird ein vollständiger Luftaustausch gewährleistet. Da es in den Wintermonaten schnell zu kalt in der Wohnung werden kann, ist es ratsam, häufiger am Tag stoßzulüften, dafür aber immer nur drei bis fünf Minuten lang.

Außerdem ist es sinnvoll, sich einen Luftbefeuchter anzuschaffen. Ist die Luftfeuchtigkeit im Raum zu niedrig, springt das Befeuchtungsgerät an und gibt Feuchtigkeit an die Umgebung ab. Diese Geräte sind auch für Allergiker äußerst sinnvoll, da sie die Luft nicht nur befeuchten, sondern auch von Pollen und Hausstaub befreien.

Verzichten sollte man hingegen auf einen Zimmerspringbrunnen. Viele Menschen nehmen an, dass sich das plätschernde Wasser des Brunnens ebenfalls positiv auf die Luftfeuchtigkeit auswirkt.

Dem ist aber nicht so: Ein solcher Springbrunnen erhöht sogar das Risiko, an der sogenannten "Zimmerspringbrunnenalveolitis" zu erkranken, die auch durch Klimaanlagen ausgelöst werden kann.

Das liegt daran, dass solche Springbrunnen flüssige Schwebeteilchen (Aerosole genannt) produzieren. Diese können Keime oder Allergene enthalten, die dann eingeatmet werden und bis zu den Lungenbläschen gelangen können. Die Alveolitis äußert sich durch Husten, Fieber, Schüttelfrost oder gar Atemnot.

Nicht nur mit dem richtigen Raumklima unterstützt man die Schleimhäute, auch die Flüssigkeitszufuhr trägt ihren Teil dazu bei. Allerdings tendieren Menschen dazu, in den kalten Herbst- und Wintermonaten zu wenig zu trinken, da das Durstgefühl nachlässt und sie weniger schwitzen.

Doch der Körper benötigt auch in der kalten Jahreszeit ausreichend Flüssigkeit, unter anderem, damit die Nasenschleimhaut feucht bleibt. Deshalb ist es unabdingbar, auch in der kalten Jahreszeit mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen, am besten Wasser oder ungesüßten Tee. Für einen Extra-Vitamin-Kick sorgen Zitronen- oder Orangenscheiben, die man ins Wasser gibt.


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