Geheimmaterial weitergegeben: Trump gesteht, Russland dementiert

Trump und Russlands Außenminister Sergej Lawrow am 10. Mai bei einem Treffen im Weißen Haus.
Trump und Russlands Außenminister Sergej Lawrow am 10. Mai bei einem Treffen im Weißen Haus.

Washington - US-Präsident Donald Trump soll einem Bericht der "Washington Post" zufolge vergangene Woche (11. Mai) hochsensibles Geheimdienstmaterial an den russischen Botschafter Sergej Kislyak und den russischen Außenminister Sergej Lawrow weitergegeben haben.

Es handele sich um Informationen eines mit den USA kooperierenden Geheimdienstes aus dem Ausland über den inneren Zirkel des Terrornetzwerkes Islamischer Staat.

Die Informationen seien in den USA als so vertraulich eingestuft worden, dass sie nicht einmal mit Verbündeten geteilt würden, berichtete das Blatt unter Berufung auf gegenwärtige und frühere Mitarbeiter des Weißen Hauses.

Es habe keine Genehmigung des befreundeten Geheimdienstes für eine Weitergabe an Russland vorgelegen. Ein US-Gesetz, das dem Präsidenten die Weitergabe solcher Informationen verbietet, gibt es jedoch nicht.

Dem Bericht zufolge handelte es sich um Informationen über eine mögliche Bedrohung durch IS-Terroristen, die im Zusammenhang mit der Nutzung von Laptops an Bord von Flugzeugen stünden. Trumps Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster, der an der fraglichen Unterredung im Oval Office am vergangenen Mittwoch teilgenommen hatte, dementierte den Bericht in Teilen.

Es seien bei der Unterredung keine Geheimnisse gelüftet worden, die nicht schon vorher öffentlich bekannt geworden waren, sagte er der "Washington Post".

UPDATE, 13.45 Uhr: Trump wollte Fakten über Terrorismus teilen

Nach Berichten über die Weitergabe geheimer Informationen an Russland hat US-Präsident Donald Trump sein Verhalten verteidigt. Er habe mit Russland Fakten über Terrorismus und Flugsicherheit teilen wollen, schrieb Trump am Dienstag im Kurznachrichtendienst Twitter.

Dazu habe er das Recht. Er habe es aus humanitären Gründen getan. Außerdem habe er Russland dazu bewegen wollen, mehr im Kampf gegen den Terrorismus zu tun.

Die "Washington Post" hatte am Dienstag berichtet, Trump habe bei dem Treffen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow Informationen eines Geheimdienstes eines mit den USA befreundeten Landes über einen Anschlagsplan der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) weitergegeben.

UPDATE, 13.57 Uhr: Russland dementiert

Russland hat Medienberichte über die Weitergabe von vertraulichen Informationen von US-Präsident Donald Trump im Gespräch mit Außenminister Sergej Lawrow zurückgewiesen. Bei den Berichten handele es sich um "fake news", schrieb Außenamtssprecherin Maria Sacharowa am Dienstag auf Facebook.

"Leute, lest ihr wieder diese amerikanischen Zeitungen? Ihr braucht sie nicht zu lesen. Man kann sie auch für etwas anderes nutzen", schrieb sie weiter. Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Berichte als "Unsinn".

Mit "fake news" sind beispielsweise frei erfundene, gefälschte oder manipulierte Nachrichten gemeint. Andererseits kanzelt US-Präsident Donald Trump oft für ihn oder seine Regierung unvorteilhafte Berichte als "fake news" ab.


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