Wattwanderer lehnen Hubschrauber-Rettung ab

Einige Menschen unterschätzen die Gefahren vom Wattenmeer. Die Flut kann plötzlich kommen. (Symbolbild)
Einige Menschen unterschätzen die Gefahren vom Wattenmeer. Die Flut kann plötzlich kommen. (Symbolbild)  © DPA

Löhne/Butjadingen - Als ein Vater und seine Tochter aus Löhne am Wochenende einen gemütlichen Spaziergang durchs Wattenmeer bei Butjadingen gemacht haben, wäre ihnen das fast zum Verhängnis geworden.

Zumindest sieht Wattführer Matthias Schulz das so. Die beiden Urlauber, die ohne Begleitung unterwegs waren, sahen sich hingegen zu keiner Zeit in Gefahr und lehnten sogar eine Hubschrauberrettung ab.

Der Sohn der Familie stellte auf Facebook klar: "Wir sind keine Neulinge. Wir sind dort schon seit 20 Jahren und gehen seit 20 Jahren auch ins Watt. Wir wissen also, was wir da tun."

Matthias Schulz sieht das anders: Nach einem Hinweis durch eine Kollegin machte er sich auf den Weg ins Watt, um den Spaziergängern zu helfen. Von Weitem hatte die noch recht neue Wattführerin die beiden Löhner auf einer Sandbank gesehen. Schließlich alarmierte sie den Notruf.

"Erst Ende April mussten wir von der selben Sandbank ein paar Urlauber aus der Flut retten und da war es ganz knapp", rechtfertigte Schulz die Vorsicht gegenüber der Neuen Westfälischen. Damals wurden zwei Steinheimer aus den Fluten des Wattenmeers gerettet (TAG24 berichtete).

Trotz herannahender Flut entfernten sich die Löhner weiter vom Strand. Beim Eintreffen der Rettungskräfte zeigten sich die Löhner mehr als überrascht - und lehnten die Hilfe ab.

"In den Hubschrauber wollten sie nicht steigen. Stattdessen bestanden sie darauf, zu Fuß zurückzugehen", so Schulz. Laut dem Sohn sei der Einsatz "total unnötig" gewesen. Selbst der Wattführer habe ihnen geraten, nicht in den Hubschrauber zu steigen, da das dann "ganz schön teuer" werden würde.

Beide Parteien beharren auch Tage später noch auf ihrer Meinung. Letztendlich schafften die Wattwanderer es rechtzeitig aus dem Meer - auch ohne Hubschrauber!

Erst Ende April mussten zwei Ostwestfalen aus dem Wattenmeer bei Butjadingen gerettet werden.
Erst Ende April mussten zwei Ostwestfalen aus dem Wattenmeer bei Butjadingen gerettet werden.  © DPA

Titelfoto: DPA


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