Hochzeit in Schwarz und viel Musik: Wave-Gotik-Treffen geht zu Ende

Gabi und Uwe Gradehand haben sich am Freitag vor rund 45 geladenen Gästen in den Kasematten unter dem Burgplatz das Ja-Wort gegeben. Anlässlig des 26. Wave Gotik Treffen gab es dort sieben Trauungen.
Gabi und Uwe Gradehand haben sich am Freitag vor rund 45 geladenen Gästen in den Kasematten unter dem Burgplatz das Ja-Wort gegeben. Anlässlig des 26. Wave Gotik Treffen gab es dort sieben Trauungen.  © DPA

Leipzig - Für Anhänger der "Schwarzen Szene" bleibt Leipzig das Maß aller Dinge.

Zur 26. Ausgabe des Wave-Gotik-Treffens (WGT) strömten an den Pfingsttagen rund 21.000 Menschen in die sächsische Stadt. In dieser Größenordnung besitzt das WGT schon seit längerer Zeit ein Stammpublikum. Selbst Besucher aus Argentinien, Australien, Peru oder Japan reisten an, berichtete Festivalsprecher Cornelius Brach am Pfingstmontag wenige Stunden vor dem Finale.

Neben Konzerten von Mittelalter-Rock bis Klassik wurden auch Lesungen, ein Mittelaltermarkt und ein Viktorianisches Frühstück geboten. Auf dem Südfriedhof konnten sich Besucher bei Führungen auf "Die Spuren der Fledermäuse" begeben oder alte Begräbnisrituale kennenlernen.

Erstmals durfte beim WGT auch geheiratet werden - bei Bedarf "ganz in Schwarz". Einen entsprechenden Service hatte das städtische Standesamt in den Kasematten am Burgplatz eingerichtet. Er soll künftig auch außerhalb der WGT-Zeiten offeriert werden. Nach den Worten von Cornelius Brach mischen sich unterdessen immer mehr Leipziger Einwohner unter die Gästeschar und machen das Schwarz somit bunter.

"Die Vorurteile sind über die Jahre immer mehr abgebaut worden. Bei uns herrscht eine freundliche und entspannte Atmosphäre. Da wollen die Leipziger beim Mittelaltermarkt oder beim Viktorianischen Frühstück einfach dabei sein", erklärte der Sprecher.

Ein weiterer Trend hat sich nach den Worten von Brach auch 2017 bestätigt. Immer mehr Leute erscheinen nicht in schwarzer Kleidung zum Festival, sondern in festlicher, historischer Gewandung. Allein zum Viktorianischen Frühstück im Clara-Zetkin-Park seien bis zu 6000 Menschen geströmt. "Die Leipziger mischen sich darunter und sind nicht mehr nur Zaungäste. Genau das haben wir gewollt."

Die Gäste aus der Szene wiederum würden an Leipzig schätzen, dass hier nicht nur bekannte Bands auftreten, sondern auch der Nachwuchs eine Chance bekomme und es weitere kulturelle Angebote gebe.

Laut Brach speist sich das Festival allein aus Ticketerlösen sowie aus Geldern, die von der Gastronomie, dem Markt und aus dem Merchandising stammen.


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