Hass des Pöbels: Schwestern sehen sich schweren Mordvorwürfen ausgesetzt!

Deutschland- Mysteriös! Das Familiendrama "We Have Always Lived in the Castle" von Regisseurin Stacie Passon (TV-Serie "Little Birds") steckt voller Geheimnisse, die ab dem 3. Oktober gelüftet werden können, wenn der Film hierzulande in den Kinos anläuft.

Merricat Blackwood (Taissa Farmiga) umgibt sich und das Anwesen mit Schutzzaubern.
Merricat Blackwood (Taissa Farmiga) umgibt sich und das Anwesen mit Schutzzaubern.  © PR/Kinostar Filmverleih GmbH

Dabei dreht sich alles um die Blackwoods und ihr edles Anwesen. Dort leben mittlerweile nur noch Merricat (Taissa Farmiga) und ihre ältere Schwester Constance (Alexandra Daddario) sowie ihr verwirrter Onkel Julian (Crispin Glover).

Vor nicht allzu langer Zeit passierte auf dem Anwesen ein großes Unglück. Die Eltern der beiden Schwestern starben. Die Dorfbewohner, die schon immer neidisch auf die gut situierte Familie waren, sind sich sicher, dass Constance ihre Eltern ermordete.

Doch sie wurde angehört und freigesprochen. Nun reden hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand nahezu alle Dörfler voller Hass über die Familie und wünschen den Blackwoods von ganzem Herzen den Untergang.

So wird jeder Einkauf im Dorf für die abergläubische Merricat zum Spießrutenlauf - trotz ihrer "Schutzzauber"!

Constance traut sich seit dem Vorfall nämlich überhaupt nicht mehr vom Anwesen, weshalb Merricat alles erledigen muss. Als dann plötzlich ihr gut aussehender Cousin Charles (Sebastian Stan) auftaucht, bringt er alles bei ihnen durcheinander.

Deshalb und weil er mit Constance anbandelt, versucht Merricat alles, um ihn wieder loszuwerden. Dabei schreckt sie auch vor drastischen Mitteln nicht zurück...

"We Have Always Lived in the Castle" ist spannend, reißt emotional aber nur bedingt mit

Charles Blackwood (l., Sebastian Stan) macht sich an seine Cousine Constance (Alexandra Daddario) heran.
Charles Blackwood (l., Sebastian Stan) macht sich an seine Cousine Constance (Alexandra Daddario) heran.  © PR/Kinostar Filmverleih GmbH

Diese komplexe Geschichte hat Passon solide umgesetzt. Allerdings entwickelt sich trotz der vorhandenen Grundspannung kein richtig guter Film.

Ein Grund dafür ist die durchwachsene und abstrakte Charakterdarstellung und -entwicklung. Um das Drama nicht zu früh zu entmystifizieren, wird lange Zeit nur wenig von den Figuren preisgegeben und ihr mitunter sehr merkwürdiges Verhalten nicht erklärt.

Zwar nimmt man das hin und rätselt den Großteil der knapp 96 Minuten wie beabsichtigt darüber, was die Motive der Protagonisten sind, was sie antreibt und so hat werden lassen, eine echte Verbindung baut sich zu ihnen aber trotz der starken schauspielerischen Leistungen nicht auf.

Farmiga ("The Nun"), Daddario ("Baywatch"), Stan (Winter Soldier in "Avengers: Endgame") und Glover ("Zurück in die Zukunft") überzeugen allesamt mit exzellenten Darstellungen, schaffen es aber wegen des Schnitts und Drehbuchs nur stellenweise, wirklich mitzureißen.

Das ist schade, weil sich Farmiga einen glaubwürdigen, schlurfenden Laufstil antrainiert hat und Daddario großartig die aufgesetzt freundliche Fassade ihres Charakters wahrt, die immer wieder bröckelt.

In "We Have Always Lived in the Castle" gibt es die große Wut-Entladung

Onkel Julian (r., Crispin Glover) ist vom Auftreten von Charles Blackwood (Sebastian Stan) genervt.
Onkel Julian (r., Crispin Glover) ist vom Auftreten von Charles Blackwood (Sebastian Stan) genervt.  © PR/Kinostar Filmverleih GmbH

Doch es bleibt zu lange im Dunkeln, was wirklich aus welchen Gründen passierte. So haben die Figuren zwar viele Eigenarten, die man aber nur teilweise nachvollziehen und verstehen kann.

Daher hängt viel von der Auflösung ab. Die ist sinnvoll, passt zum vorher gesehenen und ist eine klare Gesellschaftskritik und ein Plädoyer gegen Hass und die Neidkultur.

Obwohl hier auch einige Fragen beantwortet werden, bleibt auch nach dem Schluss noch zu viel im Argen.

Dennoch ist "We Have Always Lived in the Castle" keine Enttäuschung, weil die scharfzüngigen Dialoge, die Vielschichtigkeit der Geschichte und die herrlichen Locations große Stärken sind.

Auch die geheimnisvolle Atmosphäre, die ruhige Kameraführung und die stimmige Musikuntermalung sind wie das starke Kostümdesign und die kontrastreiche Farbgebung Pluspunkte.

Zudem beeindruckt das Ende mit guten Wendungen und einem sich zuspitzenden Drama des sich entladenden Hasses, der Wut und Gewalt. Deshalb ist "We Have Always Lived in the Castle" ein durchaus interessantes Werk geworden.

Merricat (l., Taissa Farmiga) und Constance Blackwood (Alexandra Daddario) müssen gegen viele Widerstände ankämpfen.
Merricat (l., Taissa Farmiga) und Constance Blackwood (Alexandra Daddario) müssen gegen viele Widerstände ankämpfen.  © PR/Kinostar Filmverleih GmbH

Titelfoto: PR/Kinostar Filmverleih GmbH

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