Wechsel von Ex-Linken-Stadträtin zur neuen Fraktion sorgt für Wirbel

Naomi-Pia Witte (links) und Ute Elisabeth Gabelmann (3. v. l.) verließen für die Freibeuter ihre alten Fraktionen.
Naomi-Pia Witte (links) und Ute Elisabeth Gabelmann (3. v. l.) verließen für die Freibeuter ihre alten Fraktionen.  © David Hagenbäumer

Leipzig - Diskret oder stillos? Die überraschende Gründung der Freibeuter-Fraktion im Leipziger Stadtrat stößt besonders bei den Linken auf Unmut.

Auch für die Linksfraktion und die SPD war die Präsentation der neuen Fraktion am Mittwoch ein Paukenschlag (TAG24 berichtete).

Ute Elisabeth Gabelmann und Naomi-Pia Witte hatten diese erst gestern über ihren Austritt informiert. Gabelmann erklärte Mittwoch, ihre Entscheidung sei keine gegen die SPD gewesen

Dagegen ließ Witte die Öffentlichkeit wissen, dass sie und ihre Fraktion sich auseinandergelebt hätten. Dementsprechend sei es nun zur Scheidung gekommen.

"Dieser Schritt von Frau Witte kommt für uns trotz einer spürbaren inhaltlichen sowie persönlichen Entfremdung in der jüngsten Vergangenheit sehr überraschend, zumal die Fraktion für die diversen persönlichen Probleme von Frau Witte in den letzten Jahren ausgesprochen viel Verständnis aufgebracht hatte", erklärte Die Linke nach dem Bekanntwerden von Wittes Wechsel zu den Freibeutern.

Vor allem die künftige Zusammenarbeit mit den beiden FDP-Stadträten stößt bei den Linken auf Unverständnis. "Wer denkt, dass ein soziales und nachhaltiges Leipzig mit einer neoliberalen FDP erreicht wird, unterliegt einem gravierenden Irrtum und begibt sich auf politische Geisterfahrt", erklärten Fraktionschef Sören Pellmann und der Leipziger Parteichef Adam Bednarsky.

Die SPD kritisiert in erster Linie die Art und Weise des Austritts von Ute Elisabeth Gabelmann. Die Piraten-Politikerin hatte die SPD-Fraktion Dienstagnacht per E-Mail über ihren Wechsel informiert.

"Für uns kam das sehr überraschend, weil es aus unserer Sicht keine Anzeichen für inhaltliche oder persönliche Differenzen gab, die einen Fraktionsaustritt nahe gelegt hätten. Auch Frau Gabelmann selbst nannte uns in ihrer Mail keine Gründe, weshalb sie diesen Schritt geht", so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Heiko Oßwald.

Schon am 17. Mai sehen sich alle Beteiligten im Stadtrat wieder. Dann wollen die Freibeuter erstmals als Fraktion zusammensitzen.


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