Deutsche Stadt bringt Straßenschilder für Blinde an

Wedel - Die Stadt Wedel (Schleswig-Holstein) will als erste Stadt Deutschlands flächendeckend zusätzliche Straßenschilder für Sehbehinderte montieren.

Volker König, Erfinder von Hilfsmitteln für Behinderte, steht an einem Straßenschild.
Volker König, Erfinder von Hilfsmitteln für Behinderte, steht an einem Straßenschild.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Die ertastbaren Schilder sind etwa so groß wie zwei aneinander gelegte Bausteine und werden um bereits bestehende Straßenschild-Masten montiert. "116 dieser Schilder hängen bereits", sagte ein Stadtsprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Bis Januar 2020 sollen in der 33.000-Einwohnerstadt im Kreis Pinneberg mehr als 370 blaue Schilder mit weißer Schrift in einer Höhe von etwa 1,40 Meter angebracht sein.

Die Idee zu den Schildern für Sehbehinderte hatte der Wedeler Volker König. Der 75 Jahre alte Ingenieur der physikalischen Technik ist seit 50 Jahren blind.

Zum Testen hatte die Stadt die ersten zehn sehbehindertengerechten Straßenschilder schon 2013 angebracht.

Mit Spendengeldern und Fördermitteln ist nun die flächendeckende Einführung der Schilder möglich. König zufolge liegen die Kosten bei schätzungsweise rund 50.000 Euro.

Die Zahl der Blinden und Sehbehinderten in Deutschland wird nach unterschiedlichen Schätzungen mit 650.000 bis 1,2 Millionen angegeben.

Ein Mensch gilt als sehbehindert, wenn er mit Brille auf keinem Auge 30 Prozent der normalen Sehkraft erreicht.

Am Mast des Straßenschilds wurde ein zusätzliches kleines Schild für Sehbehinderte montiert.
Am Mast des Straßenschilds wurde ein zusätzliches kleines Schild für Sehbehinderte montiert.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

Mehr zum Thema Schleswig-Holstein:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0