Wegen Feinstaub: Müssen Hessens Städte jetzt auf Silvester-Böllerei verzichten?

Frankfurt am Main - Raketen, Knaller und Wunderkerzen setzen zum Jahreswechsel regelmäßig viel Feinstaub frei. Deswegen Verbote zu erlassen, geht der größten Kommune in Hessen aber zu weit. Anderswo wird ein entsprechender Antrag noch geprüft.

Frankfurt sieht derzeit keinen Anlass, private Feuerwerke zu Silvester zu verbieten.
Frankfurt sieht derzeit keinen Anlass, private Feuerwerke zu Silvester zu verbieten.  © DPA

In Frankfurt stößt der entsprechende Antrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) auf Ablehnung. Feuerwerke bedeuteten zwar kurzfristig eine sehr hohe Luft-hygienische Belastung durch Feinstaub. Die Grenzwerte würden aber im Gesamtjahr eingehalten.

"Den Menschen den Spaß an Silvester zu vermiesen", sei deshalb weder rechtlich notwendig noch sinnvoll, sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne).

Auch Darmstadt, Limburg und Offenbach sowie das Umweltministerium in Wiesbaden wurden von der DUH angeschrieben.

Eine Sprecherin des Umweltministeriums erklärte, die Anträge der DUH seien erst vor wenigen Tagen eingegangen. "Wir setzen uns intensiv mit den Argumenten der DUH auseinander und werden zeitnah reagieren. Eine abschließende Stellungnahme kann jedoch erst nach der Bewertung dieser Anträge abgeben werden."

Die DUH hat in 31 besonders mit Feinstaub belasteten Städten ein Verbot privater Silvester-Feuerwerke beantragt, was der Luftreinhaltung dienen soll. Der Organisation geht es dabei vor allem um Feinstaub belastete Bereiche in den Citys.

Stattdessen könnte es Feuerwerke von professionellen Veranstaltern außerhalb der Stadtzentren geben oder Areale zum privaten Böllern könnten eingerichtet werden.

Limburg sieht keine Veranlassung, Darmstadt und Offenbach prüfen

Menschen feiern in der Frankfurter Innenstadt Silvester.
Menschen feiern in der Frankfurter Innenstadt Silvester.  © DPA

In Limburg gibt es in der Innenstadt einige Bereiche, in denen Feuerwerk bereits jetzt aus Sicherheitsgründen verboten ist.

"Das ist in der Altstadt der Fall sowie grundsätzlich rund um Krankenhäuser, Altenwohnanlagen und ähnliche Einrichtungen", teilte ein Sprecher mit.

"Wir haben dabei die Erfahrung gemacht, dass es schwierig ist und mit einem hohen personellen Aufwand verbunden ist, die entsprechenden Verbote durchzusetzen", sagte der Sprecher weiter.

Schon aus umwelt- und gesundheitspolitischen Gründen sehe man es in Darmstadt als sehr bedeutsam an, Maßnahmen zur Verminderung von Feinstaub-Belastungen zu ergreifen, sagte ein Sprecher. Allerdings liege die Stadt derzeit unterhalb der geltenden Grenzwerte, anders als bei den Grenzwerten der Stickoxid-Belastungen.

Eine formale Notwendigkeit eines Verbots von Silvester-Feuerwerk stelle sich daher nicht. Dennoch werde man überprüfen, inwiefern dies sinnvoll sei. Bislang gebe es keine aktuellen Planungen für Verbote. Die habe es bisher in Darmstadt auch nicht gegeben.

In Offenbach ist das Dokument gerade erst eingetroffen und werde geprüft, sagte eine Sprecherin. Für den Luftreinhalteplan sei aber das Umweltministerium in Wiesbaden zuständig.

Titelfoto: DPA


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