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Warum macht uns das Schenken und Beschenktwerden so glücklich?

Weihnachten und Geschenke gehört zusammen wie Salz und Pfeffer. Nur, woher kommt dieser Brauch des sich gegenseitig Beschenkens? Was sollte dabei alles beachtet werden?
Selbst mit Wunschzettel kann sich die weihnachtliche Geschenksuche noch kompliziert gestalten.
Selbst mit Wunschzettel kann sich die weihnachtliche Geschenksuche noch kompliziert gestalten.

Gerade am Fest des Besinnens sollte trotz erhöhter Stresspegel und Weihnachtsumsätze die Frage zugelassen werden, warum wir eigentlich schenken. Dieser Artikel erklärt Euch warum es so viel mehr ist, als ein Parfüm zu kaufen oder ein paar Bücher zu bestellen.

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, sondern vielfach auch die bittere Erkenntnis, zum wiederholten Mal, trotz aller guten Vorsätze, die Zusammenstellung der mentalen Checkliste mit potenziellen Weihnachtsgeschenken für Familie und Freunde womöglich doch zu lange hinausgeschoben zu haben. Alles Lamentieren über zu enge Terminpläne und zu kleine Zeitfenster nützt letztlich aber nichts, denn Schenken und Beschenkt werden sind derart integrale Bestandteile des Weihnachtsfestes, dass ein Verzicht kaum denkbar ist.

Also geht, wie in jedem Jahr, spätestens mit dem November ein zunehmender Run auf die Innenstädte und Online-Shops los, die wenige Wochen vor der Bescherung aus dem Geschenkedilemma hinaushelfen sollen und die das nur allzu bereitwillig tun. Wie der Raab Verlag berichtet, ist das Weihnachtsgeschäft ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, der sowohl im stationären Einzelhandel wie auch im E-Commerce-Sektor für alljährliche Umsatzsteigerungen sorgt.

Die weihnachtliche Wiederkehr der Geschenkesuche

Weihnachtsgeschenke sind eine Analogie zu Gottes Geschenk an die Menschen: Jesus.
Weihnachtsgeschenke sind eine Analogie zu Gottes Geschenk an die Menschen: Jesus.

Der weihnachtliche Austausch von Geschenken ist heutzutage eine Selbstverständlichkeit, die meist nicht weiter reflektiert wird. Dabei reichen die Ursprünge des Schenkens weit zurück und mit ihnen auch die Frage, weshalb und unter welchen Voraussetzungen überhaupt geschenkt wird – und warum das Prozedere eine so komplizierte Angelegenheit sein kann.

Vom Geben und Nehmen – Von den Ursprüngen des Schenkens

Zeitlich lassen sich die Ursprünge des Schenkens kaum verorten, sie liegen schlichtweg zu weit zurück und gehören zum menschlichen Miteinander. Seit jeher ist es mit besonderen, nichtalltäglichen Ereignissen verbunden, mit religiösen und politischen Zeremonien oder außergewöhnlichen individuellen Anlässen.

So wie die Anlässe differieren auch die Erklärungsversuche der wissenschaftlichen Disziplinen zur Herkunft des Schenkens. Eine These unter Soziobiologen ist die Annahme, es gehe auf die Partnerwerbung und das Brutpflegeverhalten zurück: Freiwillige Gaben fördern nicht nur Beziehungen, sondern beugen auch Aggressionen vor. Das Geschenk ist ein Bestandteil in einem Prozess, der wechselseitiges Vertrauen aufbauen soll.

Ähnlich verhält es sich bei der Herleitung des Schenkens von religiösen Opfergaben, mit denen eben nicht die Mitmenschen, sondern die Götter milde gestimmt werden sollen, damit sie ihrerseits möglicherweise die Gaben in ähnlicher Weise erwidern. In einem Ausgleich dieser Gaben werden daran anknüpfend sogar Dritte eingeschlossen, wenn die von Gott erhaltenen Gaben an diejenigen weitergegeben werden, die weniger privilegiert sind.

Andererseits kann Schenken genauso für den Aufbau einer Hierarchie hinreichen. Eine ungleiche Güterverteilung in einer Gesellschaft, in der Geschenke von bestimmten sozialen Schichten nicht erwidert werden können, werden Gaben zu Symbolen des Wohlstands und des sozialen Status. In einem solchen Fall ist das Schenken aber auch keine altruistische soziale Tat mehr, genauso wenig wie die Verwendung eines Mehr an Ressourcen für die Verbesserung und Steigerung des persönlichen Ansehens. Das kommt einem Missbrauch des Schenkens gleich, das ansonsten stets ein Ausdruck von Respekt, Ehrerbietung und Wertschätzung ist.

Quelle: http://www.deutschlandfunk.de/geschenke-und-gefaelligkeiten-kulturgeschichte-des-gebens.1148.de.html?dram:article_id=270077

Schenken als soziale Handlung ist geprägt von gegenseitigen Erwartungen zwischen Geber und Empfänger.
Schenken als soziale Handlung ist geprägt von gegenseitigen Erwartungen zwischen Geber und Empfänger.

„Warum der Mensch schenkt? Weil er muss!“ – Die Last der Erwartung

Die soziologischen Schenktheorien gehen davon aus, dass Geschenke unter Freunden oder Familienmitgliedern erwartet werden. Das bringt eine Verpflichtung zum Schenken mit sich, der umgekehrt aber eine ebensolche Verpflichtung zur Annahme einer Gabe gegenübersteht, die ansonsten im Fall einer Verweigerung negative Folgen für die Beziehung zwischen Schenker und Beschenktem hat.

Der Akt des Schenkens ist dabei, ebenso wie das Geschenk selbst, als ein Akt der Kommunikation zu verstehen, bei der mit einem Gegenstand eine Aussage getroffen wird. Das Materielle der Gabe macht es schwer, eine solche Aussage allerdings zu ignorieren, denn selbst Schweigen kann schon als Reaktion gewertet werden.

Daran ist schon abzulesen, wie heikel und belastend die Erwartungen an den Beschenkten sein können. Damit ist nicht allein die implizite Verpflichtung zu einer Äußerung von Dankbarkeit für die Gabe gemeint, sondern auch die, wenn auch vielleicht erst in die Zukunft gerichtete, Erwartung eines Gegengeschenks, die bis zu dessen Übergabe sozusagen ein Schuldverhältnis zwischen Schenker und Beschenktem herstellt.

Umgekehrt stellt nicht allein die Erwartung an ein Geschenk an sich eine Herausforderung, sondern mehr noch die Erwartung einer angemessenen Gabe. Ein gelungenes Geschenk wird aber nur dann als solches empfunden, wenn der Beschenkte einen Bezug zu ihr herstellen kann. Das erfordert ein Mindestmaß an Empathie, die Persönlichkeit, die Vorlieben und Abneigungen und auch die Beziehung zum Beschenkten müssen berücksichtigt werden. Problematisch sind daher zum Beispiel Geldgeschenke, die schlimmstenfalls als die Reduzierung einer zwischenmenschlichen Beziehung auf einen festgelegten (Geld-)Wert empfunden wird.

Quelle: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte//36571/1/1

Die Soziologie des Schenkens

Wird das Geschenk als totales soziales Phänomen verstanden, wirken sich zahlreiche Einflüsse darauf aus.
Wird das Geschenk als totales soziales Phänomen verstanden, wirken sich zahlreiche Einflüsse darauf aus.

Der Akt des Schenkens ist immer in erster Linie ein sozialer Akt, der der Kommunikation dient, wenn auch die Intentionen durchaus unterschiedlich sein können. Diese soziale Einbettung, die sich auf die verschiedensten Bereiche ausdehnt, macht das Schenken letztendlich aber zu einer überaus komplexen Angelegenheit.

Schenken als „fait social total“

Schenken ist immer eine Form des sozialen Handelns, dem eine Wechselwirkung innewohnt. Daher bieten sowohl der reine Akt als auch der materielle Gegenstand Anknüpfungspunkte für weitere Handlungen, seien sie gedanklicher oder sprachlicher Natur. Dadurch können längerfristige Verbindungen geschaffen werden. Bei einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Handlungsakt des Schenkens sind aber weitere Faktoren zu berücksichtigen, wie etwa die Besonderheit des Anlasses, der die Handlung aus dem Alltag heraushebt. Ein weiterer Faktor ist der beschenkte Personenkreis, der sich weitestgehend auf den Nahbereich des Schenkers beschränkt.

Grundlage des Schenkens sind außerdem immer die jeweiligen Vorgaben hinsichtlich der Normen und Rituale der Kultur, Gemeinschaft oder des sozialen Netzwerks, in dem es stattfindet. Mit wenigen Ausnahmen – wie beim selteneren spontanen Schenken – ist es daher eine institutionalisierte Form des Handelns. Aufgrund der Vielzahl der zu berücksichtigenden Aspekte prägte der französische Soziologe Marcel Mauss den Begriff des Schenkens als „fait social total“, also als soziales „Totalphänomen“: Bei dieser Terminologie wird von einer engen, gleichzeitigen Verquickung von moralischen, juristischen, religiösen, ökonomischen, politischen, familialen und sogar ästhetischen Dimensionen ausgegangen.

Das gilt selbst beim Schenken im Familienkreis, doch eine solche umfassende Definition birgt für die wissenschaftliche Analyse des Schenkens enorme Schwierigkeiten, insbesondere in der begrifflichen Abgrenzung von ähnlichen Handlungen wie Spenden, Trinkgeld oder Tausch. Selbst eine enge Beschränkung auf die Handschenkung mit nur einem Schenker, einem Beschenkten und einem Geschenk ist problematisch, weil auch in diesem Fall kollektive Geber und Empfänger auftreten können.

Quelle: http://userpage.fu-berlin.de/~rostfu/online-texte/eus.htm

Die Indianerkulturen der Nordküste Nordamerikas, wie die Haida, verdanken ihre Bekanntheit vor allem den ethnologischen Studien des frühen 20. Jahrhunderts zu den von ihnen veranstalteten Tauschwettbewerben, den Potlatchs.
Die Indianerkulturen der Nordküste Nordamerikas, wie die Haida, verdanken ihre Bekanntheit vor allem den ethnologischen Studien des frühen 20. Jahrhunderts zu den von ihnen veranstalteten Tauschwettbewerben, den Potlatchs.

Geschenke als Abbild sozialer Hierarchien – Der Potlatch

Marcel Mauss war es auch, der mit seinem Werk „Essai sur le don“ (im Deutschen „Die Gabe“) von 1922/23, eines der bekanntesten und spektakulärsten Beispiele für institutionalisiertes Schenken untersucht hat: Den als Potlatch bezeichneten Tauschwettstreit der Indianerstämme der Nordwestküste Nordamerikas. Was heutzutage hauptsächlich mit der exzessiven Vernichtung von Gütern zum Zwecke des Prestigegewinns assoziiert wird, war in seiner ursprünglichen Form weit weniger als das, wie schon der Wortursprung anzeigt: Das Chinook-Wort „Potlatch“ bedeutet zunächst nichts weiter als „geben“.

Das Konzept des Potlatch mit seiner Verpflichtung zum Geben, Nehmen und Erwidern von Gaben war bei fast allen Stämmen Alaskas und British Columbias mit den gleichen Grundmustern und Funktionen verbreitet. Die Grundlage war immer ein konkreter, feierlicher Anlass, allerdings wurde unterschieden zwischen Festen, zu denen lediglich Nahrung verteilt wurde und solchen, bei denen eine Güterverteilung, dem Potlatch im engeren Sinn, im Zentrum stand.

Die Handlung selbst war in ihrer Struktur mit Tänzen und Dankesreden ritualisiert, der Kern des Aktes war aber die Übergabe von Wertgegenständen. Die Gabe hatte die Funktion, sowohl die Beziehung zwischen den involvierten Gruppen herzustellen oder zu bestärken, als auch den Zusammenhalt innerhalb der gastgebenden Gruppe, die immer im Kollektiv als Gastgeber fungierte.

Die ethnologische und soziologische Forschung des beginnenden 20. Jahrhunderts fokussierte sich vornehmlich auf die Rivalitäts-Potlatchs. In einem Wettstreit um einen bestimmten Status, sei es ein Titel oder ein Privileg, wurden im Rahmen von Potlatchs und Gegen-Potlatchs bis zum Bankrott und dem Rückzug der Ansprüche eines der Teilnehmer verschiedenste Güter vernichtet.

Trotz dieser exzessiven Übersteigerung des Konzepts, die einherging mit den zunehmenden industriellen Überschussproduktionen im Zuge der Kolonialisierung, blieb der Grundgedanke trotzdem erhalten: Nicht aus dem materiellen Reichtum selbst, sondern aus dem freiwilligen Verzicht darauf entstand das soziale Ansehen und somit die soziale Hierarchisierung innerhalb dieses Prestige-Systems.

Quelle: http://www.ish.uni-hannover.de/fileadmin/soziologie/Mitarbeiter/Soeder-Mahlmann/Soziale_Tatsachen_und_kollektive_Vorstellungen.pdf (Seite 86-89)

Das inszenierte Schenken durch eine stellvertretende dritte Partei wird häufig für Kinder anstelle der persönlichen Geschenkübergabe praktiziert.
Das inszenierte Schenken durch eine stellvertretende dritte Partei wird häufig für Kinder anstelle der persönlichen Geschenkübergabe praktiziert.

Schenken in der heutigen Zeit

Schenken erfordert die Berücksichtigung einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren, angefangen beim Grad der Verpflichtung zu einem Geschenk, der sich an der sozialen Nähe bemessen lässt, über die Notwendigkeit von Feinfühligkeit und Phantasie bei der Geschenkesuche bis hin zum Kauf und der schlussendlichen Übergabe.

Die Übergabe des Geschenks ist dabei für nahezu jeden Anlass in ihrer Form ritualisiert, mit einem entsprechenden äußeren Rahmen, wie festliche Kleidung und dem Einsatz von Symbolen. Bei der tatsächlichen Übergabe darf mit freundlichen Worten auch die Hoffnung auf das Gefallen des Geschenks ausgedrückt werden. An Weihnachten findet die persönliche Geschenkübergabe jedoch vor allem in Haushalten mit Kindern eine Ausnahme im inszenierten Schenken: So wie Jesus den Menschen von Gott geschenkt wurde, wird in Analogie das Überbringen des Geschenks einer dritten Partei, also dem Christkind oder dem Nikolaus, zugesprochen.

Ebenso ritualisiert wie das Überreichen des Geschenks sind zugleich auch die Reaktionen auf die Gabe. Enttäuschung über ein unpassendes Geschenk sollte zurückgehalten werden wie die Hervorhebung eines besonders gelungenen Geschenks, damit die Gaben anderer nicht herabgewürdigt werden. Die Ablehnung eines Geschenks ist im Zweifelsfall zwar möglich, sollte aber nur unter einer Anerkennung der Absichten des Schenkers und der gleichzeitigen Nennung eines nachvollziehbaren Grundes erfolgen.

Das Bürgerliche Gesetzbuch widmet sich im Übrigen in zwei Paragraphen einer gesetzlichen Normierung des Schenkens, unterscheidet aber zwei verschiedene Sachverhalte. Eine Schenkung nach § 516 BGB verpflichtet beispielsweise zur Annahme eines Geschenks, aber nicht zwingend zu Dankbarkeit oder einer Erwiderung. Letzteres liegt daran, dass unter diesen Paragraphen vornehmlich Objekte fallen, die aufgrund ihres Wertes und Umfangs eine angemessene Gegengabe ausschließen.

Anders verhält es sich bei Pflicht- und Anstandsschenkungen nach § 534 BGB, der nicht allein die sittliche Pflicht der Berücksichtigung von Beziehung, Vermögen und Lebensstellung der Beteiligten beinhaltet, sondern im Rahmen der Anstandspflicht unter anderem die Verpflichtung zu Geschenken bei gebräuchlichen Anlässen beinhaltet. Im Unterschied zur Schenkung wird in diesem Fall jedoch, trotz der Freiwilligkeit des Geschenks, durchaus eine Gegengabe erwartet.

Juristisch wie gesellschaftlich ist Schenken also in der Tat eine Pflicht, andererseits sind Geschenke selbstverständlich immer Ausdruck der sozialen Wertschätzung und eine Möglichkeit, persönliche Beziehungen zu würdigen – im Mittelpunkt stehen ohnehin die Freude über das Geschenk und die Freude am Schenken selbst.

Quelle: http://www.ewi-psy.fu-berlin.de/einrichtungen/arbeitsbereiche/weiterbildung_bildungsmanagement/Ehemalige/frost/onlinetexte/schenken_heute.pdf

Geschenksuche mit Hindernissen – Das persönliche Geschenk und warum es sich so schwer finden lässt

Das Geschenk selbst ist, wie das institutionalisierte Schenken, ebenfalls an bestimmte soziale Normen gebunden, die für eine gelungene Gabe berücksichtigt werden sollten.

Ein Geschenk soll

  • die Vertrautheit des Schenkers mit den Vorlieben des Beschenkten demonstrieren;
  • bei dem Beschenkten durch den Ausdruck von Zuneigung oder Vertrautheit mit seinen Vorlieben für Überraschung sorgen;
  • in seinem ökonomischen Wert dem emotionalen Wert der Beziehung zum Beschenkten angemessen sein.

Schenken ist demnach nicht allein eine Aussage über die Beziehung zum Beschenkten. Es geht auch um das Bild und Selbstbild des Beschenkten und nicht zuletzt um dessen Erwartungen an ein Geschenk. Damit es zwischen diesen vielen Erwartungen nicht zu Fehlgriffen kommt, kann als ein erster Schritt die Orientierung an den sozialen Rollen der Beschenkten helfen, da auf diese Weise die Unzahl an Geschenkmöglichkeiten eingegrenzt werden kann. Der Zuschreibung einer allgemein formulierten sozialen Rolle steht natürlich immer die Individualität der Person gegenüber – viele Menschen sind „Väter“ und „Mütter“, aber nicht in identischer Weise.


Damit das Geschenk den oben genannten Kriterien genügt, ist es hilfreich, die Interessen des Beschenkten, womit er sich also identifiziert, zu beobachten. Dabei sollten allerdings mögliche Entwicklungen und Veränderungen berücksichtigt werden, damit das Geschenk nicht doch als unpassend empfunden wird. Das kann ebenfalls vorkommen, wenn bei der Geschenksuche normative Vorstellungen, also wie die zu beschenkende Person in ihrer Rolle sein sollte, zu sehr im Vordergrund stehen beziehungsweise von der Selbstwahrnehmung des Beschenkten abweichen.

Selbst beliebte Strategien wie das Verschenken von etwas Selbstgemachtem oder von Gutscheinen, die diese Problematik zu umgehen versuchen, bieten keine Garantie für die Annahme eines Geschenks. Tatsächlich bringen sie unter Umständen neuerliche Schwierigkeiten mit sich: Die Ablehnung eines selbstgefertigten Geschenks wiegt durch den persönlichen Einsatz, der den besonderen Wert der Beziehung zum Beschenkten betonen sollte, noch schwerer. Gutscheine wiederum wirken unter Umständen gänzlich unpersönlich.

Am Ende sind die sozialen Normen für Geschenke in ihrer Gesamtheit vielleicht gar nicht zu erfüllen, selbst nach Rückversicherung bei Verwandten und Freunden und unter Zuhilfenahme von Online-Ratgebern mit Checklisten für das perfekte Weihnachtsgeschenk. Dann bleibt eventuell die Hoffnung auf von den zu Beschenkenden selbst geäußerte Wünsche – damit lägen zumindest Zufriedenheit und Vertrautheit im Bereich des Machbaren.

Quelle: https://weihnachtssoziologie.files.wordpress.com/2014/11/geschenksuche-mit-hindernissen-daniel-marciniak.pdf

Die Psychologie des Schenkens

Geschenke stehen symbolisch für die Beziehung zwischen Schenker und Beschenktem und sollten daher wohlüberlegt ausgesucht werden.
Geschenke stehen symbolisch für die Beziehung zwischen Schenker und Beschenktem und sollten daher wohlüberlegt ausgesucht werden.

Was ein Geschenk so alles bedeuten kann – Symbolgehalt und Gefahren von Geschenken

Das Schenken hat nicht nur für den unmittelbaren Empfänger der Gaben einen Vorteil, sondern durch die grundsätzlich positive Erfahrung in gleicher Weise für den Geber. Es gibt ihm das Gefühl, selber wertvoll und großzügig zu sein, die notwendigen persönlichen Eigenschaften für das erfolgreiche Schenken vorausgesetzt. Dazu zählt neben Kreativität und Empathie auch das Wissen um die entscheidenden Faktoren für ein perfektes Geschenk. Dieses sollte als wirkliches Opfer des Gebers – damit ist der finanzielle und zeitliche Aufwand sowie die gezeigte Mühe gemeint – erkennbar sein und ausschließlich die Freude des Empfängers als Ziel haben. Dieser sollte folglich durch ein ebenso passendes wie üppiges Geschenk erfreut und überrascht werden.

Ebenso ist der symbolische Charakter eines Geschenks zu berücksichtigen, der in verschiedener Hinsicht eine Aussage über die Beziehung zwischen Schenker und Beschenktem macht. Das umfasst symbolische Aussagen über den Charakter des Gebers, über sein Wissen bezüglich des Empfängers und bezüglich des Anlasses. Dazu kommt die Möglichkeit, mit einem Geschenk gleich mehrere Bedeutungen zum Ausdruck bringen zu können.

Laut welt.de bergen solche Mehrdeutigkeiten von Geschenken immer die Gefahr, falsch gedeutet zu werden oder im schlimmsten Fall als Kränkung aufgefasst zu werden, wenn die Wünsche des Beschenkten ignoriert werden und stattdessen die Persönlichkeit des Gebers im Vordergrund steht. Dazu kommen unterschiedliche Vorstellungen zwischen den Geschlechtern und den Generationen. Frauen betrachten Geschenke eher als Ausdruck der persönlichen Verbindung und Zuneigung, für Männer kann es durchaus auch praktischer sein.

Umgekehrt hat sich der Beschenkte an bestimmte Verhaltensvorgaben zu halten, wenn er wiederum die Erwartungen des Schenkers erfüllen will. Solches Verhalten setzt dabei nicht erst mit dem tatsächlichen Akt des Schenkens ein, sondern schon in der Vorbereitungszeit, mit der impliziten oder expliziten Äußerung von Wünschen. Erst danach folgen die angemessenen Reaktionen im Zuge der Geschenkübergabe, beispielsweise die klare Bekundung der Vorfreude und die positive Reaktion auf das Geschenk. Den Abschluss bilden Konsumhandlungen, die einen Ausdruck der Wertschätzung für die Gabe, die Intention des Gebers und die Beziehung zu ihm darstellt. In dieser letzten Phase wird eben diese Verbindung auf Grundlage des vorangegangenen Austauschs neu eingeordnet.

Quelle: http://karenpine.com/wp-content/uploads/2011/07/The-Psychology-of-Gift-Exchange.pdf

Die Ökonomie des Schenkens

Eine Frage, die die Ökonomie der Gabe zu klären hat: Ist der Austausch von Geschenken schon eine ökonomische Transaktion?
Eine Frage, die die Ökonomie der Gabe zu klären hat: Ist der Austausch von Geschenken schon eine ökonomische Transaktion?

Die Ökonomie der Gabe

Während Wirtschaftswissenschaftler den weihnachtlichen Geschenkeaustausch vornehmlich von der Warte ihrer Disziplin und damit entsprechend kritisch beäugen, spielt für die meisten Menschen dabei wohl der soziale Aspekt eine Rolle. Das Schenken, als Zyklus aus Geben, Nehmen und Erwidern, hat eben nichts mit dem handelsmäßigen Warentausch zu tun.

Allerdings muss dann der Widerspruch einer Definition des Schenkens als totales soziales Phänomen auffallen, da somit immer auch der ökonomische Bereich eingeschlossen ist und das Geschenk eben nicht als „reine Gabe“ aus diesem ausgenommen werden kann. Dadurch rückt das Schenken aber wieder in die Nähe ökonomischer Transaktionen. Angesichts dieser begrifflichen und inhaltlichen Widersprüche stellt sich daher die Frage, inwieweit eine Ökonomie der Gabe über existieren kann.

Dazu wäre nach www.wirtschaftslexikon.gabler.de zunächst eine Klärung des Begriffs der Ökonomie als solcher notwendig, aber auch dieser ist in seiner langen Begriffsgeschichte seit der griechischen Antike niemals auf nur einen bestimmten Aspekt beschränkt gewesen. Selbst die seit dem 4. Jahrhundert vor Christus geläufige Bedeutung der häuslichen oder privaten Wirtschaft konnte noch, metaphorisch überzeichnet, als Synonym einer allgemeinen Ordnungsvorstellung herangezogen werden. In ähnlicher Weise kann die moderne Geldwirtschaft ebenfalls nicht das Gesamtkonzept der Ökonomie erfassen – die Grundbegrifflichkeiten der Wirtschaftswissenschaft lassen sich nicht getrennt voneinander betrachten. In diesem Sinn kann das Schenken, so wie Mauss es seinerzeit theoretisch auffasste, ebenfalls nicht auf eine bloße Güterzirkulation beschränkt werden, weil ansonsten die materielle Produktion und die Möglichkeit des Konsums gänzlich unberücksichtigt blieben.

Bei der Formulierung einer Ökonomie der Gabe ist darüber hinaus die komplizierte begriffliche Auslegung der Gabe zu beachten, bei der im Zusammenhang mit dem Schenken immer die Unentgeltlichkeit betont wird. Tatsächlich war eine Gabe aber seit jeher und kulturübergreifend mit einer Pflicht zur Annahme und Erwiderung verbunden und zugleich immer Ausdruck der Großzügigkeit und Gegenseitigkeit. Das wirklich altruistische Schenken ohne ökonomische Erwartung und als einseitiger Akt, ist hingegen ein vergleichsweise junges Phänomen, das erst um 1900 seinen juristischen Niederschlag unter dem Begriff Schenkung im Bürgerlichen Gesetzbuch fand.

Dort stehen ihr jedoch nach wie vor die Pflicht- und Anstandsschenkungen gegenüber als ein Beleg dafür, dass selbst in einer modernen, funktional differenzierten Gesellschaft der Gabentausch als Prinzip des Gebens, Nehmens und Erwiderns nicht verschwunden ist – denn unabhängig von allen ökonomischen Dimensionen ist das Schenken vor allem ein Ausdruck des sozialen Handelns.

Quelle: http://www.fb03.uni-frankfurt.de/46165978/Die-Oekonomie-der-Gabe

b. Wirtschaft vs. Weihnachten: Das Milliarden-Desaster unter dem Weihnachtsbaum

Quelle: © http://de.statista.com/statistik/daten/studie/167320/umfrage/geplante-ausgaben-fuer-weihnachtsgeschenke-nach-alter-2010/
Quelle: © http://de.statista.com/statistik/daten/studie/167320/umfrage/geplante-ausgaben-fuer-weihnachtsgeschenke-nach-alter-2010/

Der Aspekt des sozialen Handelns steht für Volkswirte angesichts des Weihnachtsgeschäfts nicht so sehr im Vordergrund wie die nackten Zahlen. Joel Waldfogel, Ökonom von der Carlson School of Management in Minnesota, hat beispielsweise errechnet, dass zwischen zehn und 33 Prozent des Weihnachtsumsatzes in jedem Jahr wegen ungenutzter und ungewollter Geschenke als Verlust zu verzeichnen sind.

Für Deutschland würde das, basierend auf Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), bei Durchschnittsausgaben von 285 Euro und insgesamt rund 15 Milliarden Euro Weihnachtsumsatz, insgesamt immerhin einen Mindestverlust von 1,5 Milliarden Euro bedeuten. Hinzu kommt die gesteigerte finanzielle Großzügigkeit der Vorweihnachtszeit, die jedoch unter Umständen, zum Beispiel beim Nichtgefallen der Geschenke, keine Erwiderung findet oder sogar grundsätzlich falsch beurteilt wird: Von vielen Beschenkten wird der tatsächliche Kaufpreis zumeist wesentlich niedriger eingeschätzt.

Aufgrund einer solchen Rechnung ist der Effizienzverlust, ausgehend vom reinen Geldwert der Geschenke, besonders für die Großelterngeneration am höchsten: Die Ausgaben der Altersgruppe zwischen 55 und 64 Jahren wurden für 2014 von der GfK auf 356 Euro veranschlagt, allerdings erreichen die erhaltenen Geschenke kaum einen solchen Höchstwert.

Eine rein ökonomische Betrachtungsweise des Geschenkeaustauschs berücksichtigt natürlich aber weder die Bedeutung der Pflege persönlicher Beziehungen, die durch das Schenken ausgedrückt wird, noch die dem Schenken eigene intrinsische Motivation und ebenfalls nicht das Glücksgefühl des Schenkenden. Die Zufriedenheit, die das Verteilen von Geschenken bereitet, und die Freude der Beschenkten sind mit ökonomischen Methoden nicht zu erfassen.

Quelle: http://www.welt.de/finanzen/article135628393/Das-Milliarden-Desaster-unter-dem-Weihnachtsbaum.html

Fotos: Abbildung 1: fotolia.com © aleutie; Abbildung 2: pixabay.com © geralt (CC0 Public Domain); Abbildung 3: fotolia.com © Alexander Raths; Abbildung 4: fotolia.com © mattiaath; Abbildung 5: fotolia.com © Konstantin Yuganov; Abbildung 6: fotolia.com © Miriam Dörr; Abbildung 7: fotolia.com © Robert Knetschke

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