Weihnachten hinter Gittern: So feiern die Gefangenen im Norden

Schwerin - Auch im Gefängnis wird es zu Weihnachten besinnlich. Gottesdienste sind genauso gefragt, wie "draußen".

Ein geschmückter Tannenbaum steht in einer Justizvollzugsanstalt hinter Gittern.
Ein geschmückter Tannenbaum steht in einer Justizvollzugsanstalt hinter Gittern.  © dpa/Frank Rumpenhorst

In einigen Anstalten müssen die Seelsorger dann in einer Art Schichtbetrieb arbeiten.

So werden in der größten Justizvollzugsanstalt des Landes in Bützow (Landkreis Rostock), wo laut Justizministerium in diesem Jahr rund 370 Gefangene das Fest hinter Gittern verbringen, drei Gottesdienste am 24. Dezember gefeiert: 10 Uhr, 13 Uhr und 15 Uhr.

In der gesamten Vorweihnachtszeit waren es 16 Gottesdienste - neben evangelischen und katholischen auch russisch-orthodoxe.

Auch in der JVA Neustrelitz, wo jugendliche und junge erwachsene Straftäter einsitzen, werden am 24. Dezember noch mehrere Gottesdienste abgehalten, um die vielen Anmeldungen abzudecken. Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) überrascht das große Interesse nicht. "Weihnachten ist ein Fest der Besinnung", sagt sie.

"Weihnachtliche Stimmung führt bei fast jedem dazu, über sich und die Zukunft nachzudenken." Sie sei den Bediensteten und Anstaltsseelsorgern sehr dankbar, dass sie jedes Jahr mit sehr viel Hingabe diese Zeit organisierten.

Die Tradition des Weihnachtsfestes helfe dem einen oder anderen Gefangenen, sich zu konzentrieren, nach der Haftentlassung ein Leben ohne neue Straftaten zu führen.

Keine Geschenke für die Gefangenen?

Ein Justizbeamter steht in einem Gang einer JVA.
Ein Justizbeamter steht in einem Gang einer JVA.  © Christian Charisius/dpa

Das beweist wohl auch der Fall eines reumütigen Straftäters, der sich wenige Wochen vor Weihnachten selbst der Polizei stellte (TAG24 berichtete).

Der 42-jährige Mann wurde von der Polzei gesucht und erzählte den Beamten, dass er in Weihnachtsstimmung sei und den Entschluss gefasst habe, sein Leben zu ordnen. Der Mann muss nun eine Freiheitsstrafe von 120 Tagen verbüßen.

Hoffmeister will am 24. Dezember die JVA Waldeck besuchen und Geschenkpakete verteilen. Aus Sicherheitsgründen dürfen Angehörige keine Pakete in die Gefängnisse schicken. In allen Anstalten könnten Besucher jedoch an Automaten den Angehörigen kleine Präsente kaufen, hieß es. Die Besuchszeiten würden erweitert.

Sind die Angehörigen gegangen, gibt es im Gefängnis zum Fest Skat-, Dart-, Tischtennis- und Volleyballturniere.

Zu essen gibt es Traditionelles, in Bützow etwa am Heiligabend Kartoffelsalat mit Boulette und am ersten Feiertag Entenbraten mit Rotkohl.

Titelfoto: dpa/Frank Rumpenhorst


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