So wird Weihnachten zum Fest für Dich und die Umwelt

Von Gina Gadis

Deutschland - Zeit mit der Familie, Weihnachtsbaum dekorieren, Essen bis der Arzt kommt und jede Menge Geschenke. Hach Weihnachten, du bist so herrlich. Wäre da nicht Deine schlechte Ökobilanz.

Denn was übrig bleibt vom besinnlichen Fest sind Berge von Geschenkpapier, jede Menge Essensreste und Millionen abgeholzte Bäume. Doch all das muss nicht sein.

Wie man das Weihnachtsfest ein bisschen nachhaltiger und umweltschonender gestalten kann, darum soll es in diesem Artikel gehen.

Der beste Weihnachtsbaum ist der Selbstgebastelte.
Der beste Weihnachtsbaum ist der Selbstgebastelte.  © Pinterest

1. Der Weihnachtsbaum

Für die meisten ist ein Weihnachtsbaum unverzichtbar und wichtiger Bestandteil des Weihnachtsfestes. Fast 30 Millionen Bäume wurden alleine letztes Jahr in Deutschland verkauft. Dass es natürlich nicht sonderlich nachhaltig ist einen Baum abzuschlagen, um ihn dann für ein paar Tage/Wochen als Raumdeko zu nutzen, muss ich niemanden erklären.

Wer unbedingt einen Weihnachtsbaum haben möchte, holt sich einen lokalen Baum (Fichten oder Kiefern) beim örtlichen Förster. Dieser weiß, welche Bäume ohnehin für die Waldpflege gefällt werden müssen. Außerdem gibt es Weihnachtsbäume auch noch als Bio-Alternative zu kaufen.

Diese wachsen im Gegensatz zu herkömmlichen Weihnachtsbäumen in Mischkulturen auf und werden nicht mit Insektiziden, Pestiziden und Mineraldünger behandelt.

Bioland, Naturland oder das FSC-Siegel sind Indikatoren für einen nachhaltigen Weihnachtsbaum. Eine Übersicht aller Anbieter in Deutschland findet man --> hier.

Als Alternative kann man auch einen Weihnachtsbaum im Topf mieten. Der Baum wird geliefert oder abgeholt und nach Weihnachten wieder zurückgegeben. Allerdings müssen diese gut gepflegt werden, damit sie den starken Temperatur-Unterschied zwischenzeitlich verkraften und danach wieder eingepflanzt werden können.

Sich einen echten Weihnachtsbaum ins Wohnzimmer zu stellen kann zwar umweltfreundlicher gestaltet werden, ist aber keine wirklich nachhaltige Lösung. Leider haben auch neu gekaufte Plastikbäume eine derartig schlechte Ökobilanz, dass sie trotz Wiederverwendbarkeit keine gute Option darstellen.

Weihnachts-Deko einfach selbst basteln

Selbst für Geschenkeverpackungen gibt es jede Menge nachhaltige Alternativen.
Selbst für Geschenkeverpackungen gibt es jede Menge nachhaltige Alternativen.  © unsplash.com

Aus diesem Grund habe ich vergangenes Jahr einen gebrauchten Plastikbaum im Secondhandshop gekauft. Dort habe ich auch einen Weihnachtskranz, eine große Holzpyramide, Weihnachtskugeln und andere Deko sehr günstig aus zweiter Hand bekommen. Alles Dinge, die man nun wirklich nicht neu kaufen muss.

Und wenn sie mir irgendwann nicht mehr gefallen, bringe ich sie einfach wieder zurück und der nächste kann sich darüber freuen. Secondhand ist und bleibt vorerst die umweltschonendste Lösung, wenn man nicht verzichten möchte.

Wem all diese Alternativen nicht zusagen, der kann sich einen Weihnachtsbaum auch einfach selber basteln. Dekoration, sowohl für den Baum als auch für die Wohnung, kann man ebenso wunderbar selber machen. So sind zum Beispiel getrocknete Orangenscheiben und Zimtstangen ein absoluter Hingucker.

Auch die altbewährten Strohsterne und Tannenzapfen stellen eine schöne Dekoration dar. Selbst aus Natron und Speisestärke kann man Weihnachtsschmuck selber herstellen. Die Möglichkeiten sind unendlich.

2. Geschenke und Verpackungen

Wirklich sinnvolle Weihnachtsgeschenke mit denen Du garantiert jemanden glücklich machst, habe ich bereits im letzten Artikel zusammengestellt. Ich möchte an dieser Stelle nochmal darauf hinweisen, dass es immer besser ist, Geschenke (insofern möglich) gebraucht zu kaufen. Ebay-Kleinanzeigen, Kleiderkreisel, Shpock, Momox, reBuy und ubup sind nur ein paar der vielen Online-Alternativen zum Flohmarkt.

Bestellungen gesammelt liefern lassen

Weihnachtsschmuck kann man auch aus Speisestärke und Natron herstellen.
Weihnachtsschmuck kann man auch aus Speisestärke und Natron herstellen.  © unsplash.com

Wenn man sich dafür entscheidet Geschenke online zu kaufen, dann ist es in jedem Falle sinnvoll, alle Einkäufe (vielleicht sogar zusammen mit anderen) als Sammelbestellungen aufzugeben, um unnötig viele Einzelpakete und Transportfahrten zu vermeiden.

Aus dem gleichen Grund sollten auch Retoursendungen gemieden werden. Teilweise hat man sogar die Möglichkeit, Pakete umweltfreundlicher mit DHL GoGreen ausliefern zu lassen.

Kommen wir nun zu den Verpackungen. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr entsinnen, wann ich das letzte Mal Geschenk-Verpackungen gekauft habe.

Jedes Jahr gebe ich mir größte Mühe meine Geschenk so auszupacken, dass das Papier nicht beschädigt wird. Denn dieses hebe ich auf und verwende es im nächsten Jahr wieder. Aber auch alte Zeitungen, Magazine, Kartons, Papiertüten, selbst Klopapierrollen, Chipstüten, Einweggläser und Stoffreste sind wunderbar geeignet um Geschenke einzupacken.

Eine Person bekommt mehrere Geschenke? Dann packe sie doch alle zusammen ein, so sparst Du zusätzliches Verpackungsmaterial. Zum Dekorieren des Geschenkes verwendet man dann am besten Naturmaterialien wie Zweige, Blätter, Tannenzapfen, Zimtstangen oder getrocknete Orangenscheiben statt Plastikschleifen und co.

Selbst den Tesafilm kannst Du dir sparen, indem Du Naturkordel verwendest. Noch mehr Ideen findest Du --> hier.

Das Festtags-Essen? Am besten regional und saisonal

Mit Naturmaterialien kann man nicht nur den Weihnachtsbaum und die Geschenke dekorieren, sondern auch das ganze Haus.
Mit Naturmaterialien kann man nicht nur den Weihnachtsbaum und die Geschenke dekorieren, sondern auch das ganze Haus.  © unsplash.com

3. Das Festessen

Wie immer, wenn es um nachhaltige Ernährung geht, ist es für Dich und die Umwelt am besten, lokale und saisonale Lebensmittel in Bio-Qualität zu kaufen.

Das Gleiche gilt natürlich auch für das Festessen. Gerade wenn es um Fleisch und Fisch geht, sollte auf diese Attribute unbedingt geachtet werden.

Nichtsdestotrotz ist es natürlich besser tierische Produkte zu vermeiden oder zumindest nur sehr wenig zu sich zu nehmen. Denn sie verbrauchen wahnsinnig viele Ressourcen (Nahrung für die Tiere, Wasser, Elektrizität, etc.) und sind die klimaschädlichsten Nahrungsmittel.

Wie wäre es alternativ mit einem Pilzragout mit Semmelknödeln und Rotkohl oder eine vegetarische Lasagne? Es gibt so viele köstliche vegetarische und vegane Weihnachtsrezepte.

Lass Dich doch einfach mal inspirieren. Das Gleiche gilt natürlich auch für Süßigkeiten - selbstgemacht, Fairtrade, Bio und Vegan charakterisieren die nachhaltigsten Optionen.

Allem voran solltest Du vermeiden, dass unnötig viele Essensreste entstehen oder schlimmstenfalls sogar in der Tonne landen. Plane genau, wie viel Du einkaufen musst. Und falls doch etwas übrig bleiben sollte, dann friere die Reste ein oder sorge dafür, dass sie noch gegessen werden. Kannst Du den Gästen etwas mitgeben? Vielleicht freut sich ja ein Nachbar.

In aller Not stelle die übrig gebliebenen Speisen in Deine lokale Foodsharing-Facebook-Gruppe, Du findest mit Sicherheit einen freudigen Abnehmer. In jedem Falle gilt es, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.

In diesem Sinne: Happy green Xmas!

Über die Autorin

TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.
TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.  © Gina Gadis

Gina Gadis (25) wurde in Dresden geboren und studierte in Freiberg Wirtschaftsingenieurwesen. Zwischen ihrem Bachelor und dem Master ging sie auf Reisen.

Knapp zwei Jahre bereiste Gina die Welt, zehn Monate davon war sie in Asien unterwegs.

Hier kam es zu der Initialzündung. Denn vielerorts in Asien sind die Menschen nicht mehr Herr über die Vermüllung ihrer Orte.

Gina sammelte schon auf ihrer Reise Müll ein, öffentlichkeitswirksam begeisterte sie auch immer mehr Menschen in ihrer Heimat für das Thema.

Als sie zurück nach Deutschland kam (aktuell Masterstudentin in Darmstadt), verfolgte sie weiter die Müll-Thematik. Sie schreibt nun unter anderem diese Kolumne für TAG24.

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