Wer zu Weihnachten allein ist, kann diese Hotline wählen

Weihnachten sollte niemand alleine sein. Die Hotline kann betroffenen Menschen helfen.
Weihnachten sollte niemand alleine sein. Die Hotline kann betroffenen Menschen helfen.  © DPA

Berlin - Einsame Weihnachten? Senioren, die niemanden mehr haben, können sich am Jahresende telefonisch an einen Berliner Verein wenden.

Vom 24. Dezember bis 1. Januar werde die kostenlose Rufnummer 0800-4708090 freigeschaltet, unter der ältere Menschen mit Ehrenamtlichen ins Gespräch kommen können, sagte die Initiatorin Elke Schilling vom Verein Silbernetz am Dienstag.

Möglich sei das rund um die Uhr: "Nachts schmerzt Einsamkeit am meisten", so Schilling zum Start der Kampagne "Gegen Einsamkeit im Alter". Die Hotline richte sich nicht nur an Berlinerinnen und Berliner.

Vorbild ist das britische Projekt The Silverline, das nach eigenen Angaben pro Woche rund 10.000 Anrufe von Älteren bekommt.

Die Hotline dauerhaft anzubieten, scheitert bislang an der Finanzierung

Fühlen sich ältere Menschen einsam, können sie versuchen, über ihre Hobbys Kontakte zu knüpfen oder den ersten Schritt über die Hotline zu gehen.
Fühlen sich ältere Menschen einsam, können sie versuchen, über ihre Hobbys Kontakte zu knüpfen oder den ersten Schritt über die Hotline zu gehen.  © DPA

Bestehende Krisen- und Seelsorge-Telefone in Deutschland sind aus Sicht des Berliner Vereins weniger auf einsame Menschen ausgerichtet, es gehe oft um zielgerichtete Problemlösung statt um den Kontakt an sich.

In Deutschland sei Einsamkeit ein Tabuthema, sagte Schilling. Dabei könne Isolation eine Krankheitsursache und Grund für Suizid sein.

Silbernetz wolle ein "Netzwerkknoten in der Altenhilfe" werden und die Senioren etwa auch mit Angeboten in ihrer Nähe in Kontakt bringen. Zudem will man Senioren regelmäßige Anrufe eines "Freundes" anbieten.

Der Versuch, die Hotline dauerhaft anzubieten, scheitere bislang an der Finanzierung der Infrastruktur rund um die Uhr, sagte Schilling. Sie hat nun eine Online-Petition gestartet, um Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen.

Titelfoto: DPA