Weihnachtsgeld, Glühwein mit Kollegen und Heiligabend im Büro: Was ist arbeitsrechtlich okay?

Köln - Die Weihnachtszeit kollidiert häufig mit den Wünschen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern in Firmen, Büros und Verwaltungen. Prof. Michael Fuhlrott, Arbeitsrechtler und Professor an der Hochschule Fresenius in Köln, erklärt die wichtigsten Arbeitsrechte der Weihnachtszeit.

Heiligabend müssen viele Arbeitnehmer auch im Büro verbringen. (Symbolbild).
Heiligabend müssen viele Arbeitnehmer auch im Büro verbringen. (Symbolbild).  © 123RF/Elnur Amikishiyev

Ein Klassiker in der Weihnachtszeit sind beispielsweise die Arbeitsregeln an Heiligabend und Silvester.

Hier handelt es sich leider nicht um gesetzliche Feiertage, wie der Arbeitsrechtler erklärt. "Wer freihaben möchte, muss hierfür also Urlaub beantragen. Gewährt der Arbeitnehmer bezahlten Sonderurlaub, ist dies ein Entgegenkommen des Arbeitgebers."

Viele Behörden und große Konzerne verordnen nach Weihnachten sogar Betriebsferien. Für manche Arbeitnehmer ist das eine entspannte Pause zwischen "den Jahren", andere würden hier lieber arbeiten und den Urlaub zu anderen Zeiten nehmen.

Professor Michael Fuhlrott erklärt hierzu: "Auch wenn der Arbeitnehmer lieber seinen Urlaub für die warme Jahreszeit aufsparen möchte, darf der Arbeitgeber Betriebsferien anordnen und die Arbeitnehmer dazu verpflichten, hierzu Urlaubstage einzusetzen."

Damit am Ende des Jahres noch genug Urlaubstage vorhanden sind, muss der Arbeitgeber frühzeitig auf die Betriebsferien nach Weihnachten hinweisen.

Wie steht's um das Weihnachtsgeld?

Mit Kollegen mal schnell einen Glühwein trinken? Keine so gute Idee.
Mit Kollegen mal schnell einen Glühwein trinken? Keine so gute Idee.  © 123rf.com/kzenon

Auf Weihnachtsgeld besteht für Arbeitnehmer kein Anspruch per Gesetz.

Im besten Fall hat der Arbeitnehmer einen Job mit Tarifbindung, in dem ein Weihnachtsgeld festgeschrieben ist.

Ist kein Weihnachtsgeld im Arbeitsvertrag notiert, fließt auch kein Geld.

Wer sich in der Weihnachtszeit als Weihnachtsmann oder auf einem Weihnachtsmarkt Geld dazu verdienen will, muss einiges beachten.

Laut dem Experten handelt es sich um eine sogenannte Nebentätigkeit. In der Regel müssen Nebentätigkeiten zuvor beim Arbeitgeber gemeldet werden. "Wer dies nicht tut, riskiert arbeitsrechtliche Konsequenzen."

Wer sich also Weihnachten als Weihnachtsmann verdingt und dies nicht meldet, riskiert einen Sack voll Ärger.

Weihnachtsgeschenke annehmen oder nicht?

Weihnachtsgeschenke anzunehmen, ist in vielen Berufen heikel.

Der Experte erklärt: "Insbesondere, wenn auch nur der Verdacht einer Beeinflussung der Arbeitstätigkeit wie zum Beispiel der Bevorzugung von Lieferanten bei der Vergabe von Aufträgen denkbar ist, droht hier nicht nur eine Kündigung, sondern kann ein solches Verhalten auch strafrechtliche Folgen haben."

Mit den Kollegen Glühwein trinken?

Alkohol am Arbeitsplatz wird in den meisten Fällen nicht erlaubt. Aber darf man mit den Kollegen in der Mittagspause einen Glühwein trinken gehen?

"Zunächst gilt: Es kommt auf den konkreten Job an. Ein Busfahrer oder eine Krankenschwester in der Notaufnahme dürfen selbstverständlich in ihren Pausenzeiten keinen Glühwein trinken", Professor Michael Fuhlrott von der Hochschule Fresenius in Köln.

Er empfiehlt für die Mittagspause besser einen Kinderpunsch zu trinken und auf Alkohol zu verzichten.

Titelfoto: 123RF/Elnur Amikishiyev

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