Weihnachtsmänner packen aus: "Kinder wollen immer mehr"

Weihnachtsmänner bemerken eine Veränderung der letzten Jahre.
Weihnachtsmänner bemerken eine Veränderung der letzten Jahre.  © 123RF

England - Weihnachtsmänner packen aus! Zwar keine Geschenke, dafür aber ordentliche Kritik. Vor allem die Eltern jüngerer Kinder nehmen sie sich zur Brust.

Der 82-jährige Ron Horniblew, der seit 53 Jahren den Weihnachtsmann spielt, gesteht in der britischen "Daily Mail", dass es am schwierigsten sei, mit "Fünf- und Sechsjährigen, die sich Smartphones wünschen", klarzukommen. Und davon gibt es jede Menge, nicht nur in Großbritannien.

In seiner langjährigen Berufserfahrung hat er viele Veränderungen mitbekommen, vor allem in Sachen Technik. Außerdem kritisiert er, dass der wahre Spirit von Weihnachten immer mehr in den Hintergrund geschoben wird.

Doch daran gibt er den Kindern keine Schuld sondern den Eltern. Sie würde ihre Kleinen mit Geschenken überhäufen. Mehrere Jahre arbeitete Ron in einem Einkaufszentrum als Weihnachtsmann, aber vor fünf Jahren hängte er den Job an den Nagel. "Es ist viel zu kommerzialisiert", berichtet er. Lieber besucht er jetzt Krankenhäuser oder Familien.

Aber gerade da hat er auch negative Erfahrungen gemacht, wie er erzählt: "Sie haben ein Geschenk ausgepackt, kurz 'oh yeah' gerufen und dann gefragt 'Wo ist das nächste?'". Auch andere Teilzeit-Weihnachtsmänner haben ähnliche Erfahrungen gemacht.

Viele Kinder fragen nach elektronischen Geschenken.
Viele Kinder fragen nach elektronischen Geschenken.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB

Ray Hulse (73), spielt den Weihnachtsmann seitdem er 18 Jahre alt ist, weiß auch, woher das ganze Geld für die Geschenke kommt. "Kreditkarten. Viele Eltern sind wirklich dumm in Bezug auf ihre Kinder und verschulden sich über Weihnachten."

Die Zeiten haben sich verändert, meint auch er. "Vor 30 Jahren wollten die Kinder Puppen, Teddies und Schlitten. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann mich das letzte Mal ein Kind nach einem Schlitten gefragt hat." Früher waren Bücher beliebt, jetzt auch nicht mehr. "Es sei denn, es ist ein Kindle", erzählt er.

Der 73-Jährige hat eine Ahnung, woher die Wünsche der Kinder kommen: Fernsehen! "Die TV-Werbungen nehmen eine Gehirnwäsche vor", so Ray.

Ken Moxley (72), ein weiterer Weihnachtsmann, kritisiert vor allem auch weibliche Kinder. "Sie wollen Make-Up, Ohrringe, Tattoos in einem wirklich jungen Alter - sieben und acht. Davor wollten sie Puppen zum Anziehen haben, jetzt ziehen sie sich selbst an."

Zwar sind sich alle einig, dass Kinder auch immer noch traditionelles Spielzeug haben wollen, aber eben nicht mehr so wie früher. "Jetzt muss es ein spezieller Teddybär sein, der spricht, wenn man seinen Fuß drückt. Die Puppen waren einfach nur Puppen. Jetzt sind sie elektronisch."

Alle Weihnachtmänner appellieren vor allem an die Eltern. Denn sie tragen ebenfalls zur Konsumgesellschaft ihrer Kinder bei.

Süßigkeiten und einfache Dinge finden viele Kinder mittlerweile öde.
Süßigkeiten und einfache Dinge finden viele Kinder mittlerweile öde.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB

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