Bombenalarm und DHL-Erpressung: Auch Ihr könntet betroffen sein!

Teile des Potsdamer Weihnachtsmarkt "Blauer Lichterglanz" mussten abgesperrt werden.
Teile des Potsdamer Weihnachtsmarkt "Blauer Lichterglanz" mussten abgesperrt werden.  © DPA

Potsdam - Nach dem Fund einer Paketbombe in Potsdam rät die Polizei zur Vorsicht bei der Annahme von Paketen mit unbekanntem Absender in der Vorweihnachtszeit.

"Wenn Leuten etwas seltsam vorkommt, sollte unbedingt die Polizei gerufen werden", sagte ein Polizeisprecher in der Nacht zum Montag der Deutschen Presse-Agentur. Dies gelte etwa, wenn der Absender nicht eindeutig zugeordnet werden könne oder ganz und gar fehle.

Mit dem am Freitag an eine Apotheke am Potsdamer Weihnachtsmarkt gesendeten gefährlichen Paket sollte nach Einschätzung der Ermittler der Paketdienst DHL erpresst werden.

In der Nacht gab es zunächst keine neuen Spuren zu dem oder den Tätern. Es werde aber rund um die Uhr ermittelt, sagte der Sprecher. Seit den ersten Erkenntnissen zu der Erpressung stehen die Brandenburger Ermittler nach Angaben von Innenminister Karl-Heinz Schröter (63, SPD) mit DHL "in engstem Kontakt".

In den "nächsten Stunden und Tagen" werde es eine sehr enge Zusammenarbeit geben, erklärte Schröter am Sonntagabend in der Nachrichtensendung RBB-Aktuell.

DHL werde auch intern prüfen. Das Unternehmen selbst wollte sich am Sonntag nicht dazu äußern.

Polizei sucht fieberhaft nach den Erpressern

Ein Mitarbeiter der Polizei Brandenburg legt Fahndungsplakate nach einer Pressekonferenz zur Potsdamer Paketbombe Fahndungsplakate aus.
Ein Mitarbeiter der Polizei Brandenburg legt Fahndungsplakate nach einer Pressekonferenz zur Potsdamer Paketbombe Fahndungsplakate aus.  © DPA

Die Brandenburger Behörden gehen von einem Täter oder einer Tätergruppe aus der Region aus. Das sei letztlich noch nicht hundertprozentig belegt, sagte Schröter. Aber Nachfragen an alle Landeskriminalämter in Deutschland hätten ergeben, dass kein anderes Land betroffen sei. Die Pakete seien jeweils in Brandenburg aufgegeben und an Adressen in Brandenburg geliefert worden.

Am Freitag war ein verdächtiges Paket bei einem Apotheker abgegeben worden, der sein Geschäft direkt am Potsdamer Weihnachtsmarkt hat, wie TAG24 berichtete. In dem Paket befanden sich Hunderte Nägel und ein illegaler "Polenböller". Anfang November war laut Polizei ein ähnliches Paket an einen Online-Händler in Frankfurt (Oder) gesendet worden. Dieses sei beim Öffnen in Brand geraten.

Die Sicherheitsbehörden halten weitere Sendungen für möglich oder sogar wahrscheinlich. Der Potsdamer Sendung habe eine Nachricht beigelegen, sagte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke am Sonntag. Diese sei als sogenannter QR-Code im Internet verschlüsselt, aber eindeutig rekonstruiert worden.

Auch Privatpersonen könnten betroffen sein

Die DHL-Packstation an der Kantstraße Ecke Roseggerstraße in Potsdam (Brandenburg), in der die Paketbombe aufgegeben wurde.
Die DHL-Packstation an der Kantstraße Ecke Roseggerstraße in Potsdam (Brandenburg), in der die Paketbombe aufgegeben wurde.  © DPA

Betroffen seien bislang kleine Unternehmen. Sendungen an Privatpersonen seien aber nicht auszuschließen, hieß es.

"Wer ein auffälliges Paket zugestellt bekommt, nicht öffnen, denn das könnte die Auslösung bewirken", warnte Innenminister Schröter. Hinweise seien zum Beispiel Rechtschreibfehler oder auch aus dem Paket ragende Drähte, erklärte die Polizei, die auch eine Telefonhotline schaltete.

Für die Fahndung setzte die Polizei eine Ermittlungsgruppe "Luise" ein - benannt nach der Apotheke, an die das Paket geschickt worden war. In der Gruppe arbeiten rund 25 Kriminalisten.

Ermittelt wird laut Staatsanwaltschaft wegen versuchter Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und versuchter schwerer räuberischer Erpressung.


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