Weihnachtsmarkt-Hütten im Visier der Einbrecher

Tatort Holzschmuck: In dieser Bude erbeuteten Einbrecher eine Kassette mit Wechselgeld, ließen sie aber auf der Flucht fallen.
Tatort Holzschmuck: In dieser Bude erbeuteten Einbrecher eine Kassette mit Wechselgeld, ließen sie aber auf der Flucht fallen.

Von Bernd Rippert

Chemnitz - Wenn es Nacht wird in Chemnitz ... Als ob sie nur darauf gewartet hätten: Einbrecher knackten am ersten Adventswochenende drei Hütten auf dem Weihnachtsmarkt. Die Täter erbeuteten Geld in unbekannter Höhe. Zudem klaute ein Taschendieb die Brieftasche eines Passanten mit 200 Euro.

So früh schlugen Einbrecher noch nie am Weihnachtsmarkt zu. Ein Wachmann (25) entdeckte in der Nacht zwei Gestalten an den Buden, die sich Geld in die Taschen steckten. Als sie den Wachschutz sahen, rannten sie weg. Sie sollen 1,80 Meter groß und schmächtig sein.

Auf der Flucht ließen die mutmaßlichen Einbrecher eine Geldkassette fallen. Als sich die Polizei am Tatort umsah, entdeckte sie drei aufgebrochene Buden.

Sie geht auf Nummer sicher: Claudia Winkler (31) bringt nach Feierabend am Käsestand ihr Geld in Sicherheit.
Sie geht auf Nummer sicher: Claudia Winkler (31) bringt nach Feierabend am Käsestand ihr Geld in Sicherheit.

Polizeisprecherin Jana Kindt ist geschockt über den Leichtsinn der Händler, Bargeld nachts in den Buden liegen zu lassen: „Wir hatten im Vorjahr 16 Straftaten auf dem Weihnachtsmarkt, darunter mehrere Budeneinbrüche. Die Händler sollten ihre Einnahmen mit nach Hause nehmen.“

Bei zwei Einbrüchen traf es Händler mit Holzschmuck aus dem Erzgebirge. Opfer Steffen Flämig (49) ist sauer: „Die haben die Tür eingetreten - wegen etwas Wechselgeld. Ab sofort nehme ich jeden Euro abends mit.“

Zwischen den Tatorten betreibt Claudia Winkler (31) einen Käsestand. Sie ist dreifach erbost - auf die Täter, „auf leichtsinnige Händler“ und auf die Stadt, „die mehr Sicherheitsleute schicken sollte“.

Während die Polizei tagsüber mit der Sicherheitswacht aufpasst, ist nachts ein Wachdienst der Stadt bei den gut 200 Buden. Ein Stadtsprecher wollte die Zahl der Aufpasser nicht verraten. Er sagt: „Die Händler wurden darauf hingewiesen, dass Geld abends mitgenommen werden soll.“

Er passt beim Weihnachtsmarkt auf, kann seine Augen aber nicht überall haben: Bürgerpolizist Arnulf Reichenbach.
Er passt beim Weihnachtsmarkt auf, kann seine Augen aber nicht überall haben: Bürgerpolizist Arnulf Reichenbach.

Fotos: Uwe Meinhold (4)


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0