Dresden: Weil ihr Kind krank ist! Junge Mutter gefeuert

Dresden - Claudia Schmidt (38) ist fassungslos: Nach einem Jahr Elternzeit wollte sie am vergangenen Montag ihren neuen Job als Pflegehelferin antreten. Dann wurde ihre ein Jahr alte Tochter krank. Schmidt meldete alles ordnungsgemäß, brachte den Krankenschein sogar persönlich vorbei und bekam prompt die Kündigung in die Hand gedrückt.

Mit dem Krankenschein ging Claudia Schmidt zu ihrem Arbeitgeber, mit dem Kündigungsschreiben kam sie wieder nach Hause.
Mit dem Krankenschein ging Claudia Schmidt zu ihrem Arbeitgeber, mit dem Kündigungsschreiben kam sie wieder nach Hause.  © Steffen Füssel

"Ich verstehe das einfach nicht", sagt sie. "Mia ging es schon Sonntag nicht gut, da habe ich gleich bei meinem neuen Arbeitgeber angerufen." Man sagte ihr, dass das kein Problem sei, sie nur den Krankenschein einreichen müsse.

"Mir ist klar, dass das ein denkbar schlechter Start in den neuen Job war. Aber ich kann ein Kind mit einem Magen-Darm-Infekt nicht in die Kita schicken."

Die Mutter bot an, dafür ab Donnerstag, wenn ihr Partner wieder von einem Lehrgang zurück sei, zu arbeiten, auch das Wochenende zu übernehmen.

"Aber das interessierte meinen neuen Chef nicht. Er hatte meine Kündigung schon parat, sagte, ich werde die nächsten zwei Wochen frei gestellt und bezahlt, weil das so Gesetz sei und schickte mich weg."

Die Kündigung während der Probezeit ist rechtens, moralisch aber nur schwer nachvollziehbar für die dreifache Mama.

Dabei werden Pflegehelfer dringend gebraucht. Eine Nachfrage beim Chef des ambulanten Pflegedienstes in Dresden blieb ohne Reaktion. Claudia Schmidt ist enttäuscht.

"Ich hatte mich wirklich auf die Arbeit gefreut, es war alles perfekt. Ich hoffe jetzt schnell wieder einen Job mit Mutti-Schichten zu finden."

Claudia Schmidt (38) mit zwei ihrer drei Kinder: Wurde der Mutter gekündigt, weil sie für ihre kranke Tochter sorgen musste?
Claudia Schmidt (38) mit zwei ihrer drei Kinder: Wurde der Mutter gekündigt, weil sie für ihre kranke Tochter sorgen musste?  © Steffen Füssel
Der Krankenschein vom Arzt zeigt: Es ging lediglich um drei Tage, ab Donnerstag hätte Claudia Schmidt ihren Dienst antreten können.
Der Krankenschein vom Arzt zeigt: Es ging lediglich um drei Tage, ab Donnerstag hätte Claudia Schmidt ihren Dienst antreten können.  © Steffen Füssel

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