Welpen qualvoll gehalten: Berufsverbot für Tierärztin

Viele der Welpen waren illegal aus Osteuropa nach Deutschland gebracht worden (Symbolbild).
Viele der Welpen waren illegal aus Osteuropa nach Deutschland gebracht worden (Symbolbild).  © dpa/David Ebener

Wiesbaden - Die jungen Hunde wurde unter skandalösen Umständen gehalten. Eine Tierärztin duldete dies ohne Widerspruch, darum darf sie ihren Beruf nicht mehr ausüben.

Hintergrund dieser Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs Wiesbaden am Donnerstag ist eine Razzia in einer Hundezucht im Siegerland vor gut sieben Monaten.

Die Polizei hatte bei der Aktion Ende 2016 insgesamt 106 lebende und fünf tote junge Hunde gefunden. Viele der Tiere waren völlig abgemagert und krank. Außerdem entdeckte die Polizei abgelaufene Arzneimittel und blanko ausgefüllte Impfpässe.

Die Tierärztin aus Weilmünster bei Limburg an der Lahn war für die Hunde als behandelnde Ärztin zuständig gewesen. Deshalb wurde gegen sie Anklage wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Bandenbetrug in 82 Fällen erhoben. Wie sich herausstellte, waren zahlreiche der Welpen illegal aus Osteuropa in den Zuchtbetrieb gebracht worden.

Ende April entschied das Regierungspräsidium (RP) Gießen, die Approbation der Tierärztin ruhen zu lassen. Dagegen klagte sie. Sie betonte, nicht Mitinhaberin des Betriebs gewesen zu sein. Sie habe auch keine Impfpässe für nicht untersuchte Tiere ausgestellt und keine Kenntnis von einer illegalen Einfuhr der Hunde gehabt.

Das Verwaltungsgericht hielt die Entscheidung des RP nun aber für rechtmäßig. Das öffentliche Interesse, ihre Tätigkeit als Tierärztin zunächst zu unterbinden, sei größer als ihr persönliches Interesse an der Fortführung ihrer Praxis.

Durch ihr Verhalten habe sich die Tierärztin als unwürdig erwiesen, ihren Beruf auszuüben. Das Hauptverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Titelfoto: dpa/David Ebener


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0