FDP wählt Kemmerich zum Spitzenkandidat

Weimar - Die Thüringer FDP will mit ihrem Landesvorsitzenden Thomas Kemmerich als Spitzenkandidat im nächsten Jahr den Wiedereinzug in den Landtag schaffen. Für den 53-Jährigen votierten am Samstag auf einer Landesvertreterversammlung in Weimar 112 Delegierte.

Der 53-Jährige könne sich mehrere Koalitionsoptionen vorstellen. (Archivbild)
Der 53-Jährige könne sich mehrere Koalitionsoptionen vorstellen. (Archivbild)  © DPA

Das entsprach 80,6 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen, wie ein Parteisprecher sagte. Kemmerich, der sein Bundestagsmandat im Falle einer Rückkehr der Liberalen in den Landtag aufgeben will, hatte keinen Gegenkandidaten. Er sieht seine Partei bereit, Regierungsverantwortung zu übernehmen.

Die FDP peile ein Ergebnis von rund 100 000 Zweitstimmen an, sagte Kemmerich am Samstag. Das entspricht dem Niveau der Bundestagswahl 2017, was damals einen Stimmenanteil von 7,8 Prozent bedeutete. Eine Analyse sehe ein Wählerpotenzial von etwa 20 Prozent für die FDP, sagte Kemmerich. «Es geht für uns darum, diese Wähler zu erreichen.» Bei der Landtagswahl 2014 war die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert.

Der 53-Jährige kann sich im Falle eines entsprechenden Wahlergebnisses mehrere Koalitionsoptionen vorstellen. Eine Koalition mit der Linken - derzeit stärkster Partner im rot-rot-grünen Regierungsbündnis - und der seit 2014 im Landtag vertretenen AfD schloss er aber aus. Eine jüngste Umfrage hatte den Einzug der FDP in das Landesparlament prognostiziert, damit wären sechs Parteien dort vertreten.

Um die Plätze 2 und 3 der Landesliste gab es in Weimar Kampfabstimmungen. Auf Platz 2 wurde die Vorsitzende der Thüringer Wirtschaftsjunioren, Franziska Baum aus Erfurt, gewählt, auf Platz 3 die Jenaer Unternehmerin Ute Bergner. Die Liberalen waren in Thüringen seit 1990 nur zwei Mal im Landtag vertreten: von 1990 bis 1994 und von 2009 bis 2014.

Mit Thomas Kemmerich will FDP zurück in den Thüringer Landtag. (Archivbild)
Mit Thomas Kemmerich will FDP zurück in den Thüringer Landtag. (Archivbild)  © DPA

Titelfoto: DPA


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