Verheerendes Feuer! Junge Brandstifter von Weimar vor Gericht

Die Viehauktionshalle brannte 2015 bis auf die Grundmauern nieder.
Die Viehauktionshalle brannte 2015 bis auf die Grundmauern nieder.  © dpa/Candy Welz

Weimar - Fast zweieinhalb Jahre nach dem verheerenden Brand der denkmalgeschützten Viehauktionshalle in Weimar müssen sich drei Jugendliche vor Gericht verantworten.

Der lange erwartete Prozess gegen die damals 15, 17 und 20 Jahre alten Angeklagten soll am Mittwoch vor dem Jugendschöffengericht in Weimar beginnen. Sie sollen in der Nacht zum 22. April 2015 Holzteile der denkmalgeschützten Halle mit zwei Flaschen Grillanzünder und Papier in Brand gesetzt haben. Das 75 mal 35 Meter große Gebäude mit seiner beeindruckenden hölzernen Dachkonstruktion brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Das geschichtsträchtige Gebäude in der Nähe des Hauptbahnhofes war 1942 letzte Station Thüringer Juden vor dem Abtransport in die NS-Vernichtungslager im Osten. Das Kunstfest Weimar nutzte die Halle mit ihrer hölzernen Dachkonstruktion viele Jahre für Konzerte und Tanztheater.

Die Staatsanwaltschaft Erfurt schätzt den Gesamtschaden auf eine Million Euro und wirft den drei Männern gemeinschaftliche Brandstiftung und gemeinschaftliche Sachbeschädigung in 17 Fällen vor. Die Angeklagten hätten mit Blick auf die Holzkonstruktion der Halle und deren Nähe zu umliegenden Gebäuden und Fahrzeugen deren Beschädigung in Kauf genommen.

Betroffen waren zudem Dach und Fassade der ebenfalls denkmalgeschützten Hetzer-Halle, ein Rewe-Markt, ein ehemaliger Lokschuppen der Bahn, Wohn- und Geschäftshäuser sowie sieben Fahrzeuge.

Wegen der Ermittlung der Schadenssummen hat sich der Prozessbeginn so lange hingezogen. Bislang sind drei Verhandlungstage geplant.


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