Warum müssen 13.000 Liter Wein weggeschüttet werden?

Lese im Weingut von Jan Ulrich im September 2015. Winzer Norman Keydel holt Trauben ein.
Lese im Weingut von Jan Ulrich im September 2015. Winzer Norman Keydel holt Trauben ein.

Von Torsten Hilscher

Meißen - Verschließe Deine Augen, Bacchus! Am Dienstag will Winzer Jan Ulrich aus Diesbar-Seußlitz 13.000 Liter Wein wegschütten. Anlass sind Giftfunde im edlen Rebsaft, für die der Weinproduzent aber nichts kann.

„Da blutet einem das Herz“, sagt Jan Ulrich. Aber der Winzer muss handeln. Schließlich gilt es, auch letzte Spuren von eigentlich unschädlichen Rückständen des Insektengifts Dimethoat zu beseitigen, die sich Ulrich von einem Lieferanten einfing. Betroffen sind die Sorten Goldriesling und Müller-Thurgau.

Der Lieferant wiederum, Bauer Ulrich Friede aus Gröbern, hatte sich nach eigenen Angaben die Giftspuren von einem Dienstleister geholt, der ihm Rebstöcke sauber halten sollte.

Das Weingut von Jan Ulrich am Dienstag beim MOPO24-Besuch
Das Weingut von Jan Ulrich am Dienstag beim MOPO24-Besuch

Dimethoat ist hierzulande im Weinbau strengstens verboten.

„Aber Frankreich und Ungarn lassen es zu“, schimpft Friede. Auch er wurde wie Ulrich unvermittelt Teil des Weinskandals. Nun hat er sich ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingehandelt.

Was da auf ihn zukommt, weiß er noch nicht. Zumindest einen ersten Schadensersatz hat er Ulrich schon gezahlt - dank seiner Versicherung. Die Schlussrechnung gibt’s, wenn Ulrich besagten Wein weggeschüttet hat, erklärt er.

Der eigentlich Schuldige soll laut Friede Winzernachbar Fred L. sein. Friede prüft gerade ein juristisches Vorgehen. Familie L. war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Weingut-Besitzer Jan Ulrich blutet das Herz.
Weingut-Besitzer Jan Ulrich blutet das Herz.

Fotos: Steffen Füssel, Ove Landgraf, imago


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