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Skandal! Schon wieder Gift in unserem Wein entdeckt

Meißen - Kann man unseren Wein überhaupt noch genießen? Diese Frage stellt sich nun erneut. Wieder wurde in regionalen Erzeugnissen ein verbotenes Pflanzenschutzmittel gefunden.
Das Weingut Jan Ulrich in Meißen musste Anfang Mai 13.000 Liter Wein einfach vernichten. Auch hier war Dimethoat gefunden worden.
Das Weingut Jan Ulrich in Meißen musste Anfang Mai 13.000 Liter Wein einfach vernichten. Auch hier war Dimethoat gefunden worden.

Meißen - Kann man unseren Wein überhaupt noch genießen? Diese Frage stellt sich nun erneut. Schon wieder wurde in regionalen Erzeugnissen ein verbotenes Pflanzenschutzmittel gefunden. Drei von fünf betroffenen Weingütern schweigen.

Anfang Mai musste die Privatkelterei Jan Ulrich aus Meißen 13.000 Liter ihres edlen Tropfens vernichten. Sobald das giftige Pflanzenschutzmittel Dimethoat gefunden wird, gibt es keine Gnade mehr.

Nun schlägt der Skandal erneut Wellen. Wieder wurde im sächsischen Wein Dimethoat gefunden. Auch ein verbotenes Pilzmittel war im Einsatz. Das teilte das Landratsamt Meißen am Dienstag auf Anfrage der Sächsischen Zeitung mit.

Fünf Weingüter gelten mittlerweile als betroffen, sind gezwungen, Tausende Liter zu vernichten. Doch müssen sich auch die Verbraucher Sorgen machen?

Die sächsischen Winzer sind mächtig sauer, denn von dem Gift wussten sie angeblich nichts.
Die sächsischen Winzer sind mächtig sauer, denn von dem Gift wussten sie angeblich nichts.

Während drei der fünf Weingüter sich in Schweigen hüllen, gibt das Landratsamt Entwarnung. Der betroffene Wein lagert noch in den Tanks. Namen nennt das Amt nicht.

Bei den Winzern selbst herrscht ordentlich Frust! Denn die Schuld an den bevorstehenden Verlusten haben nicht sie, sondern ein Traubenerzeuger aus der Region.

Er steht im Verdacht, die Rebflächen der Weingüter mit Dimethoat behandelt zu haben. Das hochgiftige Insektizid ist hierzulande strengstens verboten. Zu den Vorwürfen hat sich das Unternehmen aber noch nicht geäußert.

Der Landkreis ist der Ursache aber auf der Spur: „Die Untersuchungen auf Dimethoat sind noch nicht beendet. Zwar wurden alle Proben entnommen, die Untersuchungen und Befunderhebungen laufen aber noch“, so Sprecherin Helena Musall zur SZ.

Doch auch auf die Keltereien, die sich nicht zu erkennen geben, sind Winzer Jan Ulrich und seine regionalen Kollegen sauer. Denn solange nicht alle Namen bekannt sind, steht jeder sächsische Wein unter Generalverdacht.

Auf ein Gläschen sächsischen Wein müssen wir jedoch trotz der Hiobsbotschaft nicht verzichten. Alle betroffenen Weine wurden gesperrt.

Fotos: imago, Steffen Füssel

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