Flüchtlinge von Schleusern in Sachsen einfach ausgesetzt

Weißenberg - Das gefährliche Geschäft mit Not, es läuft noch immer! Am Dienstagabend erwischte die Bundespolizei gleich 17 illegale Einwanderer bei Weißenberg in der Oberlausitz. Sie wurden dort von Schleusern einfach ausgesetzt.

Luftaufnahmen der Bundespolizei zeigen die ausgesetzten Flüchtlinge.
Luftaufnahmen der Bundespolizei zeigen die ausgesetzten Flüchtlinge.  © Bundespolizei

Ab 18 Uhr häuften sich plötzlich immer wieder Hinweise bei der Bundespolizei, immer wieder hatten Anwohner orientierungslose Ausländer gesehen, manche versuchten sich ein Taxi zu organisieren.

Die Bundespolizei ging von einer Schleusung aus, rückte in das Gebiet aus.

"In Maltitz trafen wir einen 24-jährigen Iraker an, der sich mit einem Taxi von Dresden hierher fahren ließ um vermutlich eingeschleuste irakische Familienangehörige abzuholen", so Bundespolizeisprecher Alfred Klaner (49).

"Um 21.10 Uhr wurde er vorläufig festgenommen und gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Einschleusens von Ausländern eingeleitet."

Bei dem Abholer blieb es aber nicht. Mit dem Hubschrauber und der Wärmebildkamera fanden die Ermittler insgesamt 17 Flüchtlinge zwischen Wasserkretscham und Weißenberg.

"Nach ersten Befragungen wurden sie mit einem mittelgroßen Lastwagen mit Plane ins Land gebracht", so Klaner. "Ob sie sich dabei zwischen Ladung verstecken mussten, ist noch nicht geklärt." Auf diese Weise hatten die 17 Iraker, Türken und Somalier eine strapaziöse Reise über den Balkan, Bulgarien, Serbien und Polen hinter sich.

"Zumindest waren sie mit Winterjacken bekleidet", so der Bundespolizeisprecher.

"Es waren keine Kleinkinder unter ihnen und es gab keinen Frost. Ihnen allen geht es den Umständen entsprechend gut." Auch gegen sie wird jetzt wegen unerlaubter Einreise ermittelt.

Gleich am nächsten Tag der nächsten Tag versuchten wieder zwei Iraker (25,35) Angehörige bei Weißenberg Verwandte abzuholen, trafen stattdessen aber auf die Bundespolizei. Auch sie haben nun ein Verfahren am Hals, alle drei Verdächtigen sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Die Bundespolizei geht davon aus, dass insgesamt rund 25 Personen eingeschleust wurden, sucht jetzt nach dem Laster. Er soll eine helle Plane haben. Wer etwas gesehen hat: Telefonnummer: 03586 / 76020.

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