Baby-Mord in Weißenfels: Zehnmal so viele Frauen zum DNA-Test geladen, doch es gibt ein Problem

Weißenfels - Mehr als ein Jahr nach dem Fund eines toten Säuglings in Weißenfels (Sachsen-Anhalt) gibt die Polizei nicht auf. Eine zweite DNA-Reihenuntersuchung soll nun endlich die Mutter entlarven.

Auf dem Weißenfelser Friedhof steht ein Grabstein mit der Aufschrift "Menschenkind". Die Mutter des ermordeten Babys ist noch immer nicht gefunden.
Auf dem Weißenfelser Friedhof steht ein Grabstein mit der Aufschrift "Menschenkind". Die Mutter des ermordeten Babys ist noch immer nicht gefunden.  © DPA

"Der Radius wurde auf 2,5 Kilometer um den Auffindeort erweitert", sagte der zuständige Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Neufang von der Staatsanwaltschaft Naumburg der MDR-Sendung "Kripo live".

Ihm zufolge würden dadurch 2200 Frauen für den Gentest in Frage kommen - und damit fast zehnmal so viele, wie beim ersten!

Ein erster Massen-Gentest unter rund 200 bis 300 Frauen im Alter von 17 bis 23 Jahren, die im Umkreis von 250 Metern um den Fundort der Leiche an der Zeitzer Straße behördlich gemeldet waren, verlief negativ (TAG24 berichtete).

Neufang: "Alle anderen Ermittlungsmöglichkeiten wurden ausgeschöpft."

Die Polizei sei aktuell damit beschäftigt, die Anschreiben an die Frauen zu erstellen. "Sie werden darin gebeten, eine freiwillige DNA-Probe abzugeben", so Neufang. Problem: Durch die Freiwilligkeit ist es nicht auszuschließen, dass die eventuell ebenfalls angeschriebene Mutter ihre Probe nicht abgibt.

Das Neugeborene hatte nach der Geburt gelebt, ist dann durch massive Gewalt zu Tode gekommen und höchstwahrscheinlich über einen Zaun an der Zeitzer Straße in Weißenfels geworfen wurden. Dort fand man es am 24. April bei Gartenarbeiten (TAG24 berichtete).


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