Babymord von Weißenfels: DNA-Test ist letzter Strohhalm, aber die Hoffnung schwindet

Weißenfels - Mehr als 18 Monate ist es her, dass in Weißenfels (Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt) die Leiche eines Babys gefunden wurde. Die Hoffnung, die leibliche Mutter doch noch zu finden, ist gering, aber sie ist nach wie vor da.

Das tote Baby wurde im April 2017 in einem Garten in Weißenfels (Sachsen-Anhalt) gefunden. Die Mutter ist noch immer nicht gefunden.
Das tote Baby wurde im April 2017 in einem Garten in Weißenfels (Sachsen-Anhalt) gefunden. Die Mutter ist noch immer nicht gefunden.  © DPA

"Bislang gab es noch keinen Treffer", teilte der zuständige Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Neufang auf TAG24-Anfrage mit. Nach wie vor sei aber die zweite DNA-Reihenuntersuchung noch nicht abgeschlossen. Diese wird voraussichtlich noch bis Ende des Jahres andauern.

Zum einen läge das daran, "dass die Anzahl derer, die der Einladung nicht gefolgt sind, weitaus höher liegt als beim ersten Test, andererseits aber auch an der weitaus höheren Anzahl von zu untersuchenden Proben", so Neufang weiter. Bei der ersten DNA-Reihenuntersuchung wurden rund 200 Frauen geladen. Da diese keinen Treffer brachte, wurde der Suchradius von 250 Meter um den Fundort der Leiche auf 2,5 Kilometer erweitert. Mehr als zehnmal so viele Frauen kamen nun in Frage.

Sollte auch der zweite groß angelegte Test nicht den gewünschten Erfolg, also die Ermittlung der leiblichen Mutter, hervorbringen, ist die weitere Vorgehensweise offen. Neufang: "Es gibt noch keine Überlegungen darüber, was bei Erfolglosigkeit der Testreihe weiter geschehen soll."

Die Abgabe einer DNA-Probe ist grundsätzlich freiwillig. Die in Frage kommenden Frauen wurden zu dem Test geladen, müssen aber nicht erscheinen. "Wenn nicht weitere Verdachtsmomente hinzukommen, haben wir keine Möglichkeit, die Abgabe von DNA zu erzwingen", so der Oberstaatsanwalt aus Naumburg.

Möglich ist auch, dass die Täterin gar nicht aus Weißenfels oder der näheren Umgebung kommt. Da jedoch keine weiteren Hinweise, "auch nicht aus der Bevölkerung", hinzugekommen sind, ist die Reihenuntersuchung nach wie vor unser letzter "Strohhalm", so Neufang.

Das Neugeborene hatte nach der Geburt gelebt, ist dann durch massive Gewalt zu Tode gekommen und höchstwahrscheinlich über einen Zaun an der Zeitzer Straße in Weißenfels geworfen wurden. Dort fand man es am 24. April 2017 bei Gartenarbeiten (TAG24 berichtete).

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