Endlich Baustart für die Weißeritztalbahn

Kleiner Vorgeschmack: 2010 dampfte die Weißeritztalbahn per Sonderfahrt auf dem Teilstück zwischen Obercarsdorf und Schmiedeberg.
Kleiner Vorgeschmack: 2010 dampfte die Weißeritztalbahn per Sonderfahrt auf dem Teilstück zwischen Obercarsdorf und Schmiedeberg.

Von Juliane Morgenroth

Dippoldiswalde - Eigentlich sollte die Weißeritztalbahn seit Ende vergangenen Jahres wieder zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf fahren. Doch die Sanierung der Flutschäden hat trotz offiziellem Baustart noch immer nicht begonnen. Das soll sich jetzt ändern.

Seit Ende 2008 dampfen die Bahnen wieder zwischen Freital-Hainsberg und Dipps. Am 19. Mai 2014 gab der damalige Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) auch den Startschuss für den Wiederaufbau des zweiten Abschnittes bis Kipsdorf. Ein Großteil der elf Kilometer langen Strecke wurde durch die Flut 2002 zerstört.

Zwar gab es bereits Arbeiten, doch mit der richtigen Sanierung der Strecke wurde noch gar nicht begonnen!

Im März könnte der Wiederaufbau des zweiten Streckenabschnittes starten, so Betriebsleiter Mirko Froß (48).
Im März könnte der Wiederaufbau des zweiten Streckenabschnittes starten, so Betriebsleiter Mirko Froß (48).

„Derzeit werten wir die Angebote nach der Ausschreibung aus“, erklärt Mirko Froß (48), Betriebsleiter der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft. „Noch im ersten Quartal soll es losgehen.“

Drei Angebote gäbe es, und zwar aus der Region. „Wir haben immer gesagt, dass ordentlich geplant werden muss“, erklärt Froß die Verzögerungen.

Dabei geht es nicht nur um die Erneuerung der Gleisanlagen. Durchlässe und Brücken müssen saniert, Bahnsteige- und Übergänge in Ordnung gebracht werden. Empfangsgebäude von Bahnhöfen brauchen ebenfalls eine Schönheitskur.

Froß: „Wenn alles optimal läuft, könnten die Bahnen Ende des Jahres wieder fahren.“ Rund 15 Millionen Euro stellt der Freistaat für die Sanierung zur Verfügung.

Dass das Land die Gesamtkosten übernimmt, hatte bereits der Rechnungshof scharf kritisiert. Ein Betriebskonzept gibt es auch noch nicht.

So sah es 2002 bei Kipsdorf aus. Die Bahnstrecke der Weißeritztalbahn wurde völlig zerstört.
So sah es 2002 bei Kipsdorf aus. Die Bahnstrecke der Weißeritztalbahn wurde völlig zerstört.

Fünf Kleinbahnen rattern durch Sachsen

Idyllisch: Die Fichtelbergbahn fährt in die höchstgelegene Stadt Deutschlands, in den Kurort Oberwiesenthal.
Idyllisch: Die Fichtelbergbahn fährt in die höchstgelegene Stadt Deutschlands, in den Kurort Oberwiesenthal.

Dresden - Rekordverdächtig: Sachsen hat bundesweit das dichteste Netz an Schmalspur-, Museums- oder Parkbahnen. Fünf Schmalspurlinien verkehren im Freistaat sogar nach täglichem Fahrplan.

Neben der Weißeritztalbahn gehören dazu auch die Döllnitzbahn (Nordsachsen), die Lößnitzgrundbahn bei Radebeul, die Fichtelbergbahn und die Zittauer Schmalspurbahn.

Sie sind nicht nur als Nahverkehrsmittel wichtig, sondern auch Anziehungspunkt für Touristen. Die Schmalspurbahnen werden als „Dampfbahn-Route Sachsen“ vermarktet.

Regelmäßig fließen für Sanierung und Betrieb Fördermittel vom Freistaat.

Fotos: Egbert Kamprath ((3), Christian Suhrbier (1), Klaus Jedlicka (1)


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