Wird die Lausitz kaputt geredet? Ein Bürgermeister wehrt sich

Weißwasser - Er hat es schon wieder getan: Reint E. Gropp (52), Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle, traut dem ländlichen Raum keine Zukunft zu. Jetzt geht es gegen die Lausitz.

Torsten Pötzsch (48)
Torsten Pötzsch (48)  © Andre Schulze

Mittel müssten dort eingesetzt werden, wo sie meisten Nutzen stiften, so Gropp. "Es kann nicht sein, dass die Politik die Region Berlin im Stauchaos versinken lässt, während man irgendwo in der Lausitz eine Autobahnausfahrt für ein paar Hundert Fahrzeuge am Tag baut“, sagte er der Wirtschaftswoche.

Damit kreiere man "weiße Elefanten", nämlich Infrastruktur, die niemand nutze. Auch bei dem Ausbau der Netzinfrastruktur in schwachen Regionen wie der Lausitz will der Professor eher kein Geld mehr sehen. Eine Anbindung "an jede Milchkanne" mache keinen Sinn. Grundsätzlich für falsch halte er gar finanzielle Unterstützung für Unternehmensansiedlungen in schrumpfenden Regionen wie der Lausitz.

Auf heftige Gegenreaktion stießen diese Äußerungen vor allem bei Torsten Pötzsch (48, WV Klartext), OB der Stadt Weißwasser: "Ich finde das unter aller Sau, wie wir von staatlich finanzierten Institutionen runtergemacht werden."

Gropp und Kollegen hätten sich nicht mit der Region, den konkreten Herausforderungen, den Potenzialen beschäftigt - oder wollten einfach nur provozieren. Pötzsch lud Gropp & Co. in die Region ein, um sich mit Akteuren vor Ort auszutauschen.

Reint E. Gropp (52)
Reint E. Gropp (52)  © Hendrik Schmidt/dpa

Titelfoto: Andre Schulze

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