Welche Medikamente bei Herzschwäche einnehmen?

Deutschland - Bei Herzinsuffizienz, umgangssprachlich auch Herzschwäche genannt, handelt es sich um mehr als nur eine bloße Alterserscheinung. Die Erkrankung kann das Leben der Betroffenen stark beeinflussen. Daher ist es wichtig, dass Du Dich bei Verdacht frühzeitig an einen Mediziner wendest.

Dieser ist in der Lage, nach eingehender Untersuchung eine Diagnose zu stellen und Dich dazu zu beraten, welche Medikamente bei Deiner Form von Herzschwäche hilfreich sein können.

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Anzeichen von Herzschwäche erkennen

Jeden Tag pumpt das Herz viele Liter Blut durch den Körper und versorgt den Organismus mit Sauerstoff. Gelingt ihm das nicht mehr, weil es an Kraft fehlt, liegt eine Herzschwäche oder Herzinsuffizienz vor.

Meist stellt sich das Herzproblem über Jahre hinweg schleichend ein. Vor allem ältere Menschen leiden darunter. Zu den Anzeichen einer Herzschwäche gehören Kurzatmigkeit, Schwächegefühl, Müdigkeit und schwere Beine durch Wassereinlagerungen im Gewebe.

Treten bei Dir diese Symptome auf, solltest du sie ernst nehmen und dich möglichst bald von einem Arzt untersuchen lassen.

Die Ursachen für Herzschwäche sind vielfältig: Genetische Veranlagung, eine Schilddrüsenüberfunktion oder unbehandelter Bluthochdruck kommen beispielsweise in Frage.

Der Mediziner kann mittels verschiedener Untersuchungen – zum Beispiel EKG (Elektrokardiografie) und Herzultraschall (Echokardiografie) – die Diagnose Herzinsuffizienz stellen. Häufig ist die Herzschwäche mit Medikamenten gut behandelbar.

Herzglykoside wie Digoxin und Digitoxin zählen zu den häufig verwendeten Arzneiwirkstoffen bei Herzbeschwerden. In Folgenden erklären wir, welche weiteren Medikamente bei der Therapie von Herzschwäche in Frage kommen.

Medikamente: Wirkstoffgruppen bei Herzinsuffizienz

Neben Herzglykosiden stehen dem Arzt bei der Therapie von Herzinsuffizienz beispielsweise noch Arzneien aus diesen Wirkstoffgruppen zur Verfügung: Beta-Rezeptoren-Blocker, ACE-Hemmer und Entwässerungsmittel.

Die Beta-Rezeptoren-Blocker hemmen erregende Signale, die vom vegetativen Nervensystem an das Herz ausgesandt werden. Die Herzfrequenz sinkt dadurch leicht ab, der Muskel benötigt weniger Sauerstoff.

Wichtig zu wissen: Du darfst Beta-Blocker auf keinen Fall plötzlich eigenständig und ohne Absprache mit dem Arzt absetzen. Das könnte einen Blutdruckanstieg und gefährliche Herzrhythmusstörungen zur Folge haben

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ACE-Hemmer sorgen dafür, dass sich die Blutgefäße weiten. Der Herzmuskel wird dadurch entlastet und der Blutdruck sinkt. ACE-Hemmer gelten als relativ sicheres Mittel bei Herzschwäche. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehört jedoch Reizhusten.

Tritt dieser bei der Einnahme des Medikaments auf, solltest Du Dich von Deinem Arzt beraten und gegebenenfalls zu einem anderen Behandlungsansatz wechseln.

Entwässerungsmittel oder Diuretika verschreibt der Mediziner Betroffenen, die dazu neigen, Wasser im Gewebe anzusammeln. Diuretika besitzen eine entwässernde Wirkung, wodurch der Organismus überschüssige Flüssigkeit über die vermehrte Harnproduktion ausscheidet.

Das Herz muss nicht mehr so viel Flüssigkeit durch den Körper pumpen und wird so entlastet. Zusätzlich haben Entwässerungsmittel einen blutdrucksenkenden Effekt.

Wenn Du Diuretika einnimmst, solltest Du regelmäßig deinen Kaliumspiegel im Blut von deinem Hausarzt messen lassen, da die Arzneien diesen beeinflussen und einen Mangel auslösen können.

Ist Herzschwäche heilbar? Wann muss ich zum Arzt?

Derzeit ist eine Herzinsuffizienz zwar nicht heil-, aber gut behandelbar. Die Therapie zielt darauf ab, eine Verschlimmerung der Herzschwäche zu verhindern und dem Patienten ein möglichst beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.

Wie lange die Lebenserwartung eines Menschen mit Herzleiden ist, lässt sich nicht generell pauschalisieren. Sie ist individuell abhängig von der Ausprägung der Herzinsuffizienz, dem Zeitpunkt der Diagnose und der Entscheidung des Arztes, welche Medikamente er bei der Herzschwäche einsetzt.

Grundsätzlich solltest Du bei Kurzatmigkeit und Schwächegefühl im ersten Schritt deinen Hausarzt aufsuchen. Dieser erfragt im Gespräch (Anamnese) die genauen Umstände und Ausprägungen Deiner Symptome.

Er verweist Dich gegebenenfalls zur Diagnosestellung an einen Internisten (Facharzt für Innere Medizin) oder einen Kardiologen (Facharzt für Herzerkrankungen).


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