Welche Zusatzleistungen sind eigentlich bei Privaten Krankenversicherungen möglich?

Deutschland – Laut dem Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) sind über 8 Millionen Deutsche bei einer privaten Krankenversicherung unter Vertrag. Dazu zählen neben Selbstständigen und Beamten mittlerweile auch sehr viele besserverdienende Angestellte und auch Studenten. 

Das Angebot der privaten Versicherungen ist riesengroß. Wer einen Wechsel weg von der gesetzlichen Krankenversicherung in Betracht zieht, hat die Auswahl zwischen mehr als 1.700 unterschiedlichen Tarifvarianten. 

© Paul Diaconu

Welche Leistungen bieten private Krankenversicherungen?

Auch wenn die Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland in der Politik umstritten ist, wird sie dennoch gerne von vielen Personen in Anspruch genommen. 

Im Detail unterscheiden sich die Vorteile zwar sehr stark, dennoch legen die meisten Anbieter den Fokus auf folgende Vorteile:

  • Verbesserte Unterbringung im Krankenhaus (wahlweise in einem 1-Bett-Zimmer oder 2-Bett-Zimmer)
  • Behandlung im Krankenhaus durch den Chefarzt
  • Krankentagegeld (in der Regel zwischen 50 und 200 Euro / Tag)
  • Übernahme der Kosten von Voruntersuchungen
  • Kostenzuschuss für Hilfsmittel wie Prothesen, Rollstühle oder Gehhilfen
  • Übernahme der Transportkosten zum Krankenhaus
  • Kostenübernahme für teure Medikamente
  • Möglichkeit zu Behandlungen von Heilpraktikern
  • Freie Arzt- und Krankenhauswahl
  • Kürzere Wartezeiten bei Fachärzten

Ebenso zählen diverse Zusatzbehandlungen beim Zahnarzt und im Bedarfsfall auch die Kosten für Zahnersatz zu den angebotenen Leistungen der privaten Krankenversicherungen. 

In diesem Fall ist es für die Versicherten nicht mehr erforderlich, seinen Urlaub in Ungarn zu verbringen und mit einer kostenschonenden Zahnbehandlung in Budapest zu kombinieren, wie es mittlerweile jährlich über 300.000 Deutsche machen.

Wie lässt sich die passende Versicherung finden?

Die meisten Suchenden sind mit dem bestehenden Tarifdschungel völlig überfordert. Wer eine passende private Krankenversicherung für sich sucht, ist deshalb gut beraten, übersichtliche Vergleichsportale im Netz in Anspruch zu nehmen.

So ist es recht einfach, einen kostenlosen Vergleich der Tarife von mehr als 180 unterschiedlichen Versicherungsgesellschaften vorzunehmen. Innerhalb weniger Minuten wird auf den Plattformen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für die individuellen Anforderungen ermittelt.

Auf Wunsch kann bei vielen Anbietern zusätzlich auch noch eine persönliche Beratung in Anspruch genommen werden. 

Mit einem Preisvergleich lassen sich bis zu 3.500 Euro jährlich sparen. Eine Summe, die es auf alle Fälle wert ist, einen entsprechenden Versuch zu starten und einen Anbietervergleich vorzunehmen. 

© Fernando Zhiminaicela

Was kostet eine private Krankenversicherung?

Die Tarife fallen je nach angebotenen Leistungen und Nutzergruppe, die diese in Anspruch nehmen möchte, sehr unterschiedlich aus. Deshalb ist es schwierig, genaue Zahlen nennen zu können. Doch die Kosten lassen sich zumindest ein wenig eingrenzen.

Einsteigertarife mit wenig Zusatzleistungen und einem höheren Selbstbehalt bei unterschiedlichen Leistungen sind für Angestellte ab etwa 150 Euro / Monat zu haben, für Selbstständige kosten sie rund 200 Euro.

Die sogenannten Komfort-Tarife bieten in vielen Fällen ein umfangreiches Leistungspaket zu einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis. Selbstständige erhalten diese Tarife ab etwa 270 Euro monatlich, für Beamte und Angestellte gibt es diese Art der Versicherungen bereits ab rund 150 Euro.

Die Premiumtarife mit umfangreichen Leistungen haben selbstverständlich auch ihren Preis. Die Preisspanne ist hier sehr hoch und nach oben hin gibt es fast keine Grenzen. Die Einstiegsangebote liegen für Selbstständige hier bei etwa 500 Euro, für Angestellte bei rund 250 Euro und Beamte erhalten diese Leistungen bereits ab 170 Euro.

Was sind die Voraussetzungen, um eine private Krankenversicherung abzuschließen?

Eine private Krankenversicherung kann von unterschiedlichen Berufsgruppen in Anspruch genommen werden. Selbstständig tätige Personen haben jederzeit und unabhängig von ihrem Einkommen die Möglichkeit, einen Wechsel vorzunehmen.

Beamte können sich über sogenannte Beihilfeergänzungstarife ebenfalls privat absichern. Hier beteiligen sich der Bund oder die Landesbehörde abhängig vom Familienstand und den jeweiligen Vorschriften an den Kosten.

Arbeitnehmer dürfen erst ab einer bestimmten Einkommensgrenze zu einem privaten Anbieter wechseln. Im Jahr 2020 liegt die sogenannte Jahresarbeitsentgeltgrenze bei 62.550 Euro. Das Einkommen muss erstmalig und in weiterer Folge voraussichtlich dauerhaft über dieser Grenze liegen.

Auch Studenten haben Anspruch auf eine private Versicherung. Sie sind bis zum Alter von 25 Jahren in den meisten Fällen noch in der Familienversicherung angemeldet. Danach haben sie innerhalb von drei Monaten ab der Immatrikulation die Möglichkeit, sich von der Versicherungspflicht bei der gesetzlichen Krankenversicherung befreien zu lassen.  

Titelfoto: Paul Diaconu