Welcher Star wird hier zu Quasimodo?

Los geht’s: Quasimodos Gesicht aus Gummimilch senkt sich nieder. Kameramänner und Fotografen sehen zu, den Moment nicht zu verpassen.
Los geht’s: Quasimodos Gesicht aus Gummimilch senkt sich nieder. Kameramänner und Fotografen sehen zu, den Moment nicht zu verpassen.

Von Guido Glaner

Dresden - Nein, wie Quasimodo sieht Tom Pauls wahrhaftig nicht aus. Und doch: Er ist es!

Pauls spielt die Titelrolle in der Bühnenversion „Der Glöckner von Notre Dame“, die am Samstagabend auf der Felsenbühne Rathen Premiere hatte und in den nächsten Wochen tolles Sommertheater abgeben wird.

Um zu sehen, wie Tom Pauls zu Quasimodo wird, haben wir vor einer Probe den Maskenbildnern über die Schulter geschaut.

Die Rolle des Quasimodo fällt heraus aus dem komödiantischen Rollenfach, das Tom Pauls normalerweise bedient. „Es ist ein dramatischer Stoff, der auch komödiantische Elemente hat“, so der Schauspieler zu MOPO24.

Über Nase und Wangenknochen reicht die Maske. Schon jetzt sieht Tom Pauls nicht mehr aus wie er selbst. Nun wird geschminkt.
Über Nase und Wangenknochen reicht die Maske. Schon jetzt sieht Tom Pauls nicht mehr aus wie er selbst. Nun wird geschminkt.

„Für die Komik im Stück bin aber diesmal nicht ich zuständig. Quasimodo ist eine geschundene Kreatur, eine zutiefst tragische Figur.“

Figuren, die weit weg von ihm sind, seien ihm die liebsten, sagt Pauls.

Auch die Ilse Bähnert, seine volkstümliche Paraderolle, sei von ihrer Geisteshaltung weit von ihm entfernt. An der Rolle des Glöckners, der Missgeburt, des Krüppels, reize ihn zu allererst „die völlig andere Körperlichkeit“.

In der Maske Quasimodos, die äußerlich nichts mehr von ihrem Darsteller übrig lässt, könne er im Wortsinn „aufgehen“.

Pauls: „Ich bin ein Schauspieler, der die Verwandlung liebt. Je weiter mich die Maske von mir selbst entfernt, desto interessanter wird es für mich.“

Schauspieler & Theater-Chef

Nun steht er da, mit wirrem Haar, dem Bühnenauftritt verdächtig nah: Quasimodo, wie er leibt und lebt! Von Tom Pauls ist nichts mehr zu erkennen.
Nun steht er da, mit wirrem Haar, dem Bühnenauftritt verdächtig nah: Quasimodo, wie er leibt und lebt! Von Tom Pauls ist nichts mehr zu erkennen.

Tom Pauls kam am 26. April 1959 in Leipzig zur Welt.

In seiner Heimatstadt studierte er Schauspiel, bevor er 1983 an das heutige Staatsschauspiel Dresden wechselte, in dessen Ensemble er bis 1990 blieb.

Anfang der 80er-Jahre gründete er mit seinen Studentenfreunden Jürgen Haase und Peter Kube das Zwinger Trio. Berühmt wurde er in der Figur der sächsischen Rentnerin Ilse Bähnert.

Vor vier Jahren eröffnete Pauls in Pirna sein eigenes Theater, in dem er nun hauptsächlich spielt.

In diesem Jahr veröffentlichte Pauls den ersten Teil seiner Autobiografie „Das wird mir nicht nochmal passieren: Meine fabelhafte Jugend“.

Die Termine zum Stück

Die Aufführungstermine „Der Glöckner von Notre Dame“ in diesem Sommer: am Sonntag, 17 Uhr, Felsenbühne Rathen; 19.-21. Juni, jeweils 20 Uhr, Albrechtsburg Meißen; 26., 27. Juni, jeweils 20 Uhr, Burg Mildenstein; 24.-26., 30. Juli, jeweils 20 Uhr, Felsenbühne Rathen. Karten (9-23 Euro) unter Tel.: 035024 / 7770 oder E-Mail: kasse@landesbuehnen-sachsen.de

Fotos: Steffen Füssel


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