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"Welt"-Korrespondent Deniz Yücel endlich frei!

Nach einem Jahr in Haft: Journalist freigelassen

Wegen Terrorvorwürfe saß Welt-Korrespondent Denis Yücel im türkischen Gefängnis. Nach einem Jahr ist er nun endlich wieder frei.
Vor einem Jahr wurde Deniz Yücel in Istanbul festgenommen.
Vor einem Jahr wurde Deniz Yücel in Istanbul festgenommen.

Berlin/Istanbul - Nach einem Jahr in Untersuchungshaft ist der "Welt"-Korrespondent Denis Yücel (44) endlich frei.

Wie die WELT meldet, wurde der 44-Jährige aus der Haft entlassen.

Sein Anwalt Veysel Ok teilte auf Twitter mit: "Und endlich gibt es für meinen Mandanten Deniz Yücel einen Entlassungsbefehl."

Die Bundesregierung hat die Freilassung des Yücels in der Türkei bestätigt. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte am Freitag in Berlin: "Jetzt müssen wir natürlich abwarten, was in den nächsten Minuten, Stunden passiert."

Er dankte der türkischen Justiz und sagte, Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (58, SPD) habe sich in den letzten Tagen "intensiv bemüht, zu einer Lösung beizutragen".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (63, CDU) hatte am Donnerstag nach einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim gesagt. Sie habe Yildirim darauf hingewiesen, "dass dieser Fall eine besondere Dringlichkeit für uns hat".

Vor seinem Deutschland-Besuch hatte Yildirim der ARD gesagt, er hoffe auf eine baldige Freilassung Yücels.

Yücel saß wegen Terrorvorwürfe über ein Jahr ohne Anklage im Gefängnis. Der Fall war zuletzt der größte Streitpunkt im Verhältnis zur Türkei.

Update 22.18 Uhr:

Der aus türkischer Haft entlassene "Welt"-Journalist Deniz Yücel ist in Deutschland eingetroffen. Der 44-Jährige landete am Freitagabend an Bord einer Maschine der Chartergesellschaft Aerowest auf dem Flughafen Berlin-Tegel. Das Flugzeug war wenige Stunden zuvor in Istanbul gestartet.

Der 44-Jährige hatte mehr als ein Jahr ohne Anklage in der Nähe von Istanbul in Untersuchungshaft gesessen. Am Freitag nahm ein Istanbuler Gericht die Anklage wegen "Propaganda für eine Terrororganisation" und "Aufstachelung des Volkes zu Hass und Feindseligkeit" an. Dafür drohen Yücel zwischen vier und 18 Jahre Haft. Gleichzeitig verfügte das Gericht aber Yücels Entlassung aus der Haft, ohne eine Ausreisesperre zu verhängen.

Nach Ansicht des Bürgermeisters von Flörsheim wird Yücel nun bald in seine hessische Heimat kommen. "Ich denke, dass er seinen Vater im Krankenhaus besucht", sagte Michael Antenbrink (SPD) am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur. In Flörsheim, wo Yücels Eltern und seine Schwester leben, gab es am Freitag eine spontane Freuden-Demonstration und einen Autokorso.

Update 22 Uhr:

Laut Informationen vom rbb, soll Deniz Yücel seit Freitagabend wieder in Deutschland sein. Das Flugzeug mit ihm an Bord landete auf dem Berliner Flughafen Tegel.

Die Maschine mit dem aus der Haft entlassenen Deniz Yücel landet auf dem Flughafen Tegel
Die Maschine mit dem aus der Haft entlassenen Deniz Yücel landet auf dem Flughafen Tegel

Update 20.10 Uhr:

Der aus der Haft entlassene "Welt"-Journalist Deniz Yücel hat die Türkei verlassen. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitagabend.

Istanbul: Der aus der Haft entlassene "Welt"-Journalist Deniz Yücel (2.v.r) besteigt mit einer Gruppe von Begleitern auf dem Flughafen eine Maschine.
Istanbul: Der aus der Haft entlassene "Welt"-Journalist Deniz Yücel (2.v.r) besteigt mit einer Gruppe von Begleitern auf dem Flughafen eine Maschine.

Update 20 Uhr:

Nach Gabriels Worten wurden der Türkei für die Freilassung keine Gegenleistungen zugesagt. "Ich kann Ihnen versichern, es gibt keine Verabredungen, Gegenleistungen oder, wie manche das nennen, Deals in dem Zusammenhang", sagte Gabriel in Berlin.

Auf die Frage, ob jetzt wieder alles gut sei im Verhältnis zur Türkei, antwortete der SPD-Politiker: "Ich hab ja gerade gesagt, dass das der Anfang einer Arbeit ist und nicht das Ende."

Freunde und Kollegen des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel fahren in einem Autokorso durch Berlin.
Freunde und Kollegen des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel fahren in einem Autokorso durch Berlin.

Update 18.20 Uhr:

Der freigelassene Journalist Deniz Yücel steht kurz vor der Ausreise aus der Türkei. Er sei auf dem Weg zum Flughafen in Istanbul, sagte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) am Freitag in Berlin.

Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel und seine Frau Dilek nach Yücels Freilassung aus dem Gefängnis.
Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel und seine Frau Dilek nach Yücels Freilassung aus dem Gefängnis.

Update 16.45 Uhr:

Der Freilassung des Journalisten Deniz Yücel aus der türkischen Haft ging ein geheimes diplomatisches Tauziehen voraus. Nach Informationen des Rechercheverbunds von "NDR", "WDR" und "SZ", bat Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) unter anderem während eines Treffens mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Rom Anfang Februar um die Freilassung Yücels. Andernfalls bleibe das Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei schwer belastet. Erdogan hatte die italienische Hauptstadt wegen eines Treffens mit dem Papst besucht.

Eine Woche danach habe sich Gabriel auf Bitten der Türkei in Istanbul mit Erdogan getroffen, um Einzelheiten des Falls zu besprechen. Teil der im geheimen geführten Verhandlungen sei auch ein Treffen des Altbundeskanzlers Gerhard Schröder mit Erdogan im Januar gewesen. Dabei habe auch Schröder sich für Yücel eingesetzt. Bislang war die Reise vor allem mit der Freilassung des Menschenrechtlers Peter Steudtner in Verbindung gebracht worden.

Im Auswärtigen Amt sei vor einem möglichen Ansehensverlust Gabriels gewarnt worden, falls er bei den Verhandlungen scheitere. Gabriel sei dennoch gereist, hieß es. Die Freilassung Yücels, der seit etwa einem Jahr in der Türkei in Haft saß, wurde am Freitag bekannt.

Sigmar Gabriel, Bundesaußenminister (SPD), äußert sich auf einer Pressekonferenz zur Freilassung von Deniz Yücel.
Sigmar Gabriel, Bundesaußenminister (SPD), äußert sich auf einer Pressekonferenz zur Freilassung von Deniz Yücel.

Update 14.45 Uhr:

Für den in der Türkei freigelassenen deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel gilt einem Bericht der "Welt" zufolge keine Ausreisesperre. Das schrieb die Zeitung am Freitag auf ihrer Internetseite. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel ging davon aus, dass Yücel nach seiner Freilassung sehr bald das Land verlassen darf.

Das sei sein Informationsstand, sagte der SPD-Politiker am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. "Wir hoffen, dass das sehr schnell passieren kann."

Update 14.10 Uhr:

Nach mehr als einem Jahr in Haft hat der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel nach Angaben seiner Zeitung das Gefängnis in der Türkei verlassen. Yücel sei frei, schrieb die "Welt" am Freitag bei Twitter. Yücels Anwalt Veysel Ok twitterte ein Bild des Journalisten, auf dem er seine Ehefrau Dilek Mayatürk Yücel umarmt.

Update 13.29 Uhr:

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die angekündigte Freilassung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel aus der Untersuchungshaft begrüßt.

"Nach einem Jahr ist diese Gerichtsentscheidung lange überfällig gewesen", sagte Generalsekretär Markus Beeko. "Doch bei aller Freude und Erleichterung bleibt die Meinungs- und Pressefreiheit in der Türkei massiv eingeschränkt." Mehr als 100 Journalistinnen und Journalisten blieben weiter in Haft.

Auch der türkische Vorsitzende von Amnesty International, Taner Kılıç, sei als hochrangiger Vertreter einer unabhängigen internationalen Organisation seit acht Monaten inhaftiert.

Update 13.23 Uhr:

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) hat die angekündigte Freilassung des in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel als "Sieg für die Pressefreiheit" bezeichnet.

Der Korrespondent der "Welt" habe sich in der Haft nicht unterkriegen lassen, sagte der DJV-Vorsitzende Frank Überall am Freitag.

Als "absurd" bezeichnete er die Forderung der Anklage nach 18 Jahren Haft für Yücel.

Update 13.04 Uhr:

Trotz der angeordneten Freilassung von Deniz Yücel soll in der Türkei ein Strafverfahren gegen den "Welt"-Korrespondenten eröffnet werden.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, das 32. Strafgericht in Istanbul habe die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft am Freitag angenommen.

Die Staatsanwaltschaft fordere darin wegen "Propaganda für eine Terrororganisation" und "Aufstachelung des Volkes zu Hass und Feindseligkeit" zwischen vier und 18 Jahre Haft.

Zugleich habe das Gericht die Freilassung Yücels aus der Untersuchungshaft angeordnet, meldete Anadolu weiter.

Das ist kein unübliches Verfahren in der Türkei: Gerichte können zu Beginn eines Verfahrens oder auch davor die Freilassung von Verdächtigen aus der Untersuchungshaft verfügen.

Update 12.53 Uhr:

Die Türkische Gemeinde in Deutschland ist erleichtert über die Freilassung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel aus türkischer Haft.

"Wir freuen uns riesig, dass er freigekommen ist", sagte der Bundesvorsitzende Gökay Sofuoğlu am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Fotos: DPA, Ahmed Deeb/dpa

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