Nach fast vier Jahrzehnten Diktatur: Simbabwes Präsident erklärt Rücktritt

Noch am 19. November hielt er eine Rede im staatlichen Fernsehen und klammerte sich an die Macht. Jetzt hat die Herrschaft von Robert Mugabe wohl bald ein Ende.
Noch am 19. November hielt er eine Rede im staatlichen Fernsehen und klammerte sich an die Macht. Jetzt hat die Herrschaft von Robert Mugabe wohl bald ein Ende.  © dpa/Archivbild

Harare - Er war fast vier Jahrzehnte an der Macht, verbreitete Angst und Schrecken: Jetzt habe Simbabwes Präsident Robert Mugabe seinen Rücktritt erklärt. Das gab Parlamentspräsident Jacob Mudenda am Dienstag bekannt.

Das Parlament versammelte sich in der Hauptstadt Harare, um den 93-Jährigen Mugabe des Amtes zu entheben. Davor kam es vor knapp einer Woche zu einem unblutigen Militärputsch (TAG24 berichtete). Infolgedessen sei der Staatschef unter Hausarrest gestellt geworden.

Bereits am Sonntagnachmittag hatte der Vorstand der Regierungspartei Zanu-PF den amtierenden Präsidenten als Parteivorsitzenden abgewählt und ihn zum Rücktritt aufgefordert.

Auch die Bevölkerung machte ihrem Ärger Luft, demonstrierte zu Zehntausenden friedlich am Samstag und forderte einen politischen Neuanfang.

Die Regierungspartei nominierte früheren Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa als Nachfolger. Der als "Krokodil" bekannte 75-Jährige gelte als Hardliner und hat unter Mugabe den Geheimdienst und das Justizministerium geführt.

Robert Mugabe ist in dem Land im Süden Afrikas seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1980 an der Macht, zunächst als Premierminister und seit 1987 als Präsident.

Unter seiner Führung als Diktator wurde aus dem einst wirtschaftlich starkem Simbabwe eines der ärmsten Länder der Welt.

Titelfoto: dpa/Archivbild


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0