Diese weltberühmten Engel werden 100!

Qualität aus dem Erzgebirge: Die weltberühmten Engelfiguren werden in Handarbeit bemalt.
Qualität aus dem Erzgebirge: Die weltberühmten Engelfiguren werden in Handarbeit bemalt.

Grünhainichen - Weißes Hemd, grüne Flügel, betupft mit elf weißen Punkten. Als Grete Wendt mit Zirkel, Lineal und Bleistift ihren ersten Musikanten-Engel entwarf, konnte sie nicht ahnen, welche Berühmtheit der nur sechs Zentimeter große Himmelsbote eines Tages erlangen sollte.

Was würde die gebürtige Grünhainichenerin (1897-1979) wohl sagen, wenn sie heute - im 100. Jahr des Bestehens - auf ihre Manufaktur blicken würde? „Ich glaube, meine Großtante würde anerkennend lächeln“, sagt Claudia Baer, die das Familienunternehmen in dritter Generation gemeinsam mit Dr. Florian Wendt führt.

Im Jubiläumsjahr peilt Wendt [&] Kühn erstmals die Marke von zehn Millionen Euro Umsatz an. 2014 erwirtschafteten die 181 Mitarbeiter (darunter 80 Figurenmaler) rund 8,5 Millionen Euro.

„Es ist die bedeutendste Firma der Branche in der Region“, sagt Dieter Uhlmann vom Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker. „Und ein Botschafter für die erzgebirgische Volkskunst.“

„Wendt & Kühn“-Geschäftsführerin Claudia Baer vor dem Firmensitz in Grünhainichen. Sie ist eine Großnichte von Gründerin Grete Wendt.
„Wendt & Kühn“-Geschäftsführerin Claudia Baer vor dem Firmensitz in Grünhainichen. Sie ist eine Großnichte von Gründerin Grete Wendt.

Die Grünhainichener setzen auf eine Mischung aus Tradition und Zeitgeist. Unter Wahrung des Anspruchs an höchste Qualität überstand der Betrieb zwei Weltkriege, Weltwirtschaftskrise und die Enteignung in der DDR.

Die Qualität wurde erhalten, Massenproduktion vermieden, sodass sich die Manufaktur in der Nische zwischen Kunst, Handwerk und Lifestyle behauptete.

Rund 400 kunstvolle Holzfiguren und Spieldosen werden heute über geprüfte Fachhändler vertrieben - rund 750 in Deutschland sowie 250 in 26 Ländern.

Nordamerika, Japan und Skandinavien sind die größten Exportmärkte. Zurzeit investiert Wendt [&] Kühn 1,5 Millionen Euro in Infrastruktur, Jobs und eine neue „Erlebniswelt“, die am Donnerstag im Gebäude an der Chemnitzer Straße 40 eröffnet wird.

Fotos: Jan Woitas/dpa


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